MARKTBERICHT NACHHALTIGE GELDANLAGEN 2026
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Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 1 IMPRESSUM
Am Marktbericht 2026 haben mitgewirkt: Studienleitung: Wesley Merritt Datenauswertung: Wesley Merritt Textbeiträge: Wesley Merritt, Elisabeth Mende, Verena Menne, Natalie Ziegler, Emilia Steinhauer Lektorat: Ralf Lemster Financial Translations GmbH Design und Layout: www.christinaohmann.de
Mit fachlicher Unterstützung von:
Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG) 2026: Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 – Deutschland und Österreich
Impressum
Herausgeber: Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist Verena Menne, Geschäftsführerin des FNG Berlin, Juni 2026 INHALT
Inhalt
MARKTBERICHT
- Grußworte
6 9 11 15 19 21 25 25 26 29 31 32
-
Methodik und Inhalt des FNG-Marktberichts
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Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland
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Nachhaltige Geldanlagen in Österreich
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Asset Owner
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Nachhaltiges Bankenwesen
-
Schwerpunktanalysen
7.1 Stabilität trotz Gegenwind 7.2 Regulatorik
7.3 Bewertung und Engagement 7.4 Impact Investing
7.5 Trends und Perspektiven
EINBLICKE
36
F.I.R.S.T.: SFDR 2.0 kommt – keine Notwendigkeit mehr für freiwillige Nachhaltigkeitssiegel für Finanzprodukte?
VÖIG: Sustainable Finance: Reifer, klarer – aber noch nicht einfach
38 39
PRI: Von der Pionierphase zur Praxis: Sustainable Finance in Deutschland und Österreich
Shareholders for Change: Warum Shareholder Engagement ohne politische Lobbyarbeit zu verschwinden droht
40 41
cric: 20. FNG-Marktbericht: Vom Nischenmonitor zum Referenzwerk
SPONSORENBEITRÄGE
42 44 45 45
ÖKOWORLD: Die Bedeutung von Transformationsfonds für den nachhaltigen Wandel Erste Asset Management: Nachhaltiges Investieren: Von Orange zurück zu Grün? Bank im Bistum Essen: Deutschland steht vor großen sozialen Herausforderungen Invest in Visions: Vom Nischenmarkt zur Chance für die Zukunft
Glossar
46 50
Berichtsteilnehmende SPONSOREN
Wir danken unseren Sponsoren und Unterstützern
MEDIENPARTNER UNTERSTÜTZER SILBERSPONSOR BRONZESPONSOREN PLATINSPONSOR
4 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 KERNBOTSCHAFTEN
Kernbotschaften
Das Angebot an ESG-Produkten wächst. 29 Prozent der Befragten haben ihr Produktangebot an ESG-Produkten im Jahr 2025 ergänzt. Kaum einer der Befragten hat es reduziert. Seite 25
Engagement bleibt ein wichtiger Hebel für die Transformation. Umweltkontroversen und Menschenrechte waren dieses Jahr für Investor:innen die wichtigsten Gesprächsthemen. 29% Seite 30
Die Branche bleibt ambitioniert.
Gute Unternehmensführung lohnt sich.
Unternehmen werden vermehrt von deutschen Investor:innen aufgrund von Korruptionsfällen aus ihren Nachhaltigen Geldanlagen ausgeschlossen (93 Prozent der erfassten Assets). Seite 12
93%
Mehr als die Hälfte der Befragten haben ihre Nachhaltigkeitsrichtlinien angepasst. Die Mehrheit behält das Ambitionsniveau bei oder steigert es. Seiten 25
Ein positiver Blick nach vorne. Ein Drittel der Befragten rechnet weiterhin mit einem Wachstum nachhaltiger Geldanlagen für 2026. Weniger als 10 Prozent gehen von einem Rückgang aus. Seite 34 + Investor:innen setzen auf Vielfalt. Bei mehr als ¾ der erfassten Anlagen werden 4 oder mehr nachhaltige Anlagestrategien angewendet. Seiten 13 und 17 ¾
Entlastung in Sicht? Die Regulatorik wird erneut als großes Hemmnis für die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen eingeschätzt. Doch die Überarbeitung der OffVO verspricht Fortschritt – knapp die Hälfte rechnet dabei mit positiven Impulsen. Seite 27 46%
AT86% Weiterhin stark gegen Waffen. Trotz hoher Renditeerwartungen werden Investitionen in sämtliche Rüstungsgüter in Deutschland (62%) und Österreich (86%) im Großteil der erfassten nachhaltigen Geldanlagen ausgeschlossen. Seiten 12 und 16
62%
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 5 1 | GRUSSWORTE
Grußwort
von Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz in Deutschland
Das Thema „Nachhaltige Finanzierung“ ist im Mainstream angekommen. Was früher ein spezialisiertes Segment der Kapitalmärkte war, ist heute aus der Finanzwelt nicht mehr wegzudenken. Als Bundesumweltminister ist mir besonders wichtig: Nachhaltige Finanzanlagen ermöglichen Investitionen, fördern Innovationen und schaffen langfristige wirtschaftliche Stabilität. Sie spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Geld
Der jährliche Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen e. V. nimmt das gesamte wirtschaftliche und regulatorische Umfeld in profunder Weise in den Blick. Mit seiner kontinuierlichen Datenerhebung sowie fundierten Analysen und Einordnungen der aktuellen Herausforderungen richtet er sich an Finanzinstitutionen, Asset Manager, Unternehmen, politische Entscheidungsträger, Verbraucherschutzorganisationen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Sie alle haben den nachhaltigen Finanzmarkt in den vergangenen Jahren geprägt und dazu beigetragen, dass nachhaltige Geldanlagen heute einen festen Platz in der Finanzlandschaft einnehmen.
für den sozial-ökologischen Umbau bereitzustellen. Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen, die Infrastrukturen für die Nutzung der erneuerbaren Energien, etwa für die Elektromobilität oder die Wasserstoffnetze und eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen - all das erfordert erhebliche Investitionen. Öffentliche Mittel allein reichen dafür nicht aus. Wir müssen auch gezielt privates Kapital mobilisieren.
Der aktuelle Marktbericht legt einen Schwerpunkt auf das wichtige Thema Resilienz. Unternehmen und Portfolios sollen Krisen und externe Schocks nicht nur überstehen, sondern im Idealfall sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen. Dieser Ansatz sollte im Austausch von Politik, Finanzwirtschaft und Gesellschaft weiter vertieft werden. Alle Akteure sind dazu aufgerufen.
In den vergangenen Jahren hat sich der regulatorische Rahmen für nachhaltige Finanzprodukte in Europa deutlich weiterentwickelt, auch in Richtung praktikabler Anwendung. Ein gutes Beispiel hierfür ist die EU-Offenlegungsverordnung. Sie verfolgt das Ziel, Transparenz zu schaffen, Greenwashing zu vermeiden und für Investorinnen und Investoren eine verlässliche Orientierung zu bieten. Nicht nur dieses Beispiel zeigt: Nachhaltigkeit wird im Finanzsystem zunehmend als Risikoprophylaxe und essenzielle Voraussetzung für langfristige ökonomische Stabilität verstanden. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG e.V.) begleitet diesen Prozess kritischkonstruktiv, durch fundierte Information und fachliche Expertise und trägt damit dazu bei, dass regulatorische Anforderungen nicht nur formale Pflichten bleiben, sondern gelebte Praxis werden. Mit seinen Nachhaltigkeitsprofilen unterstützt das Forum institutionelle und individuelle Anlagestrategien.
Der 20. Marktbericht und das 25-jährige Bestehen des Forums Nachhaltige Geldanlagen e.V. sind ein doppelter Grund zum Gratulieren. Das Forum hat sich als Taktgeber und als wichtige Referenz für nachhaltige Geldanlagen und verantwortliche Investments im deutschsprachigen Raum etabliert. Seit einem Vierteljahrhundert setzt der Verband entscheidende Akzente für mehr Markttransparenz und die Förderung anspruchsvoller Qualitätsstandards. Ich möchte Ihnen für die geleistete Arbeit danken und wünsche Ihnen für die Zukunft viel Erfolg.
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf das Anlegerverhalten. Kriege, Umweltzerstörung und der Klimawandel bedrohen unsere ökologischen und ökonomischen Lebensgrundlagen. Gestörte Lieferketten, Unsicherheit auf den Märkten und steigende Energiepreise sind eine Gefahr für Wohlstand und nachhaltige Entwicklung. Gerade in einer solchen Situation sind verlässliche Informationen für nachhaltige Investments unverzichtbar.
6 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 1 | GRUSSWORTE
Grußwort
von Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft,
Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft in Österreich
Österreichs Weg zu einem ökologisch nachhaltigeren Finanzsystem
Auch beim Thema Transitionsbegleitung hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft unterstützen wir engagierte Unternehmen. Bereits 2022 haben wir in Österreich dazu eine Initiative ins Leben gerufen – die Green Finance Alliance. Die Mitglieder zeigen, wie die klimaneutrale Ausrichtung des Finanzmarktes funktionieren kann. Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Betriebliche Vorsorgekassen sind Teil der Initiative. Besonders erfreulich ist, dass unsere Mitglieder mit Ende 2024 mehr als 6 Milliarden Euro in grüne Projekte investiert oder finanziert haben. Dazu gehören nachhaltige Infrastruktur- und Wohnbauprojekte sowie der Ausbau Erneuerbarer Energien. Und während sich die meisten namhaften internationalen Klimainitiativen im Finanzmarkt in den letzten Jahren zurückgezogen haben, bleibt die GFA stabil. Auch methodisch entwickeln wir uns hier immer weiter: Mit den Indikatoren für Portfolio-bezogene Emissionsperformance (I-PEPs) wurde im Rahmen der GFA ein neues Kennzahlen-Set zur Steuerung der Dekarbonisierung von Finanzportfolios entwickelt.
Aus klima-, wirtschafts- und sicherheitspolitischer Sicht lautet das Gebot der Stunde: Wir müssen so rasch wie möglich unser Energiesystem nachhaltig umbauen – weg von importierten fossilen Brennstoffen, hin zu heimischen Erneuerbaren Energieträgern. Wir sind in Europa und
speziell auch in Österreich durchaus bereits erfolgreich auf diesem Weg unterwegs. Der Umbau erfordert allerdings hohe Investitionen, und das in einer Zeit, in der öffentliche Haushalte Einsparungen vornehmen müssen. Hier kommt der Finanzmarkt ins Spiel. Attraktive nachhaltige Finanzierungsmodelle sind wesentlich, um die Energiewende voranzutreiben, und an den Klimawandel anzupassen und auch um die Biodiversität nachhaltig zu schützen. Dafür wollen wir weiterhin attraktive Voraussetzungen schaffen.
Natur und Biodiversität im Finanzmarkt
Finanzunternehmen aus Österreich als Vorreiter der Transformation
Klimaschutz und der Schutz von Biodiversität gehen Hand in Hand. Intakte Ökosysteme sind die Grundlage unseres Lebens sowie auch der Wirtschaft. Das Wissen um die Abhängigkeiten von und die Auswirkungen des Finanzmarkts auf Natur und Biodiversität ist zentral. Aktuell arbeiten wir an einer Analyse, um besser zu verstehen, wo der österreichische Finanzmarkt aktuell steht. In Zeiten knapper Budgets kommt dem Finanzmarkt auch eine Finanzierungsrolle für Maßnahmen zum Erhalt und der Wiederherstellung von Biodiversität zu. Auch hier setzen wir einen verstärkten Fokus.
Wenn es darum geht, Kapital für die nachhaltige Transformation zu mobilisieren, nimmt der Staat Österreich mit seinem Green Bond eine starke Position im Finanzmarkt ein. Im internationalen Vergleich weist Österreich den höchsten Anteil grüner Budgetausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (BIP) aus. Über dieses Instrument werden klima- und umweltfreundliche Projekte des Bundes finanziert: 2024 wurden so beispielsweise rund 176 Mio. Euro für den Bereich Biodiversität sowie rund 217 Mio. Euro für den Bereich Klimawandelanpassung des Bundesbudgets refinanziert. Der Kapitalmarkt nimmt dieses Instrument an und mit dem Grünen Bundesschatz steht darüber hinaus auch privaten Anlegerinnen und Anlegern ein nachhaltiges Geldmarktprodukt zur Verfügung.
Daher gratuliere ich herzlich zur Veröffentlichung des neuen FNGMarktberichts. Das FNG ist im deutschsprachigen Raum eine wichtige Stimme für das Thema Sustainable Finance. Es vernetzt Akteur:innen, fördert den Austausch von Good Practices im Bereich der nachhaltigen Finanzierung und trägt durch seine Berichte wesentlich zur Transparenz in diesem Thema bei.
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 7 1 | GRUSSWORTE
Vorwort
von Marian Klemm, FNG-Vorstandsvorsitzender
Orientierung geben und Interessen vertreten
Das Jahr 2025 war in vielen Gesprächen innerhalb der nachhaltigen Finanzbranche von einer zentralen Frage geprägt: Wann wird Nachhaltigkeit in der Öffentlichkeit wieder priorisiert? Nach mehreren Jahren eines dynamischen Aufschwungs, getragen von wachsender Nachfrage und einer zunächst unterstützenden Regulierung, hat sich das Umfeld spürbar verändert. In den vergangenen Jahren beobachten wir einen Backlash gegenüber NachhaltigSeit inzwischen 25 Jahren ist das Forum Nachhaltige Geldanlagen der Verband, der unterschiedliche Akteure der Branche zusammenbringt, den fachlichen Austausch fördert und Orientierung bietet. Unsere Aufgabe war und ist es, Entwicklungen einzuordnen, Transparenz zu schaffen und die Interessen unserer Mitglieder in politische Prozesse einzubringen. Dieser Anspruch bleibt auch in einem herausfordernden Umfeld unverändert bestehen. So bringen wir uns aktuell bei der Überarbeitung der EU-Offenlegungsverordnung ein, um eine ambitionierte und gleichzeitig praxisnahe Ausgestaltung der vorgeschlagenen Produktkategorien zu unterstützen.
keitsthemen im Allgemeinen und eine gewisse Ernüchterung innerhalb der nachhaltigen Finanzwirtschaft. Ambitionierte Ziele treffen heute auf politische Unsicherheiten, regulatorische Komplexität und eine teils kritischere öffentliche Debatte.
Der vorliegende Bericht markiert zugleich ein besonderes Jubiläum: Mit der zwanzigsten Ausgabe des FNG-Marktberichts blicken wir auf über zwei Jahrzehnte kontinuierlicher Marktbeobachtung und -analyse zurück. Diese Entwicklung wäre ohne die engagierte Mitwirkung zahlreicher Marktakteure nicht möglich gewesen. Insgesamt konnten über die Jahre hinweg mehr als 1.500 Antworten ausgewertet werden – eine einzigartige Datengrundlage, die es erlaubt, Trends nicht nur punktuell, sondern im Zeitverlauf zu verstehen.Resilienz der Branche im Fokus
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Resilienz der Branche. Wie positionieren sich nachhaltige Finanzakteure in einem anspruchsvolleren Marktumfeld? Werden Geschäftsmodelle angepasst, Produktangebote reduziert oder Ambitionsniveaus abgesenkt, um kurzfristigen Herausforderungen zu begegnen?
Mein ausdrücklicher Dank gilt daher allen Institutionen und Personen, die sich an der diesjährigen Umfrage beteiligt haben, ebenso wie allen, die in den vergangenen Jahren zum Gelingen dieses Berichts beigetragen haben. Ihre Bereitschaft, Einblicke zu gewähren und Daten zur Verfügung zu stellen, bildet die Grundlage für die Qualität und Aussagekraft dieser Publikation.
Die Ergebnisse des vorliegenden Marktberichts zeichnen ein differenziertes, insgesamt jedoch stabiles Bild. Eine klare Mehrheit der Befragten – rund zwei Drittel – hat im Jahr 2025 keine Absenkung des Ambitionsniveaus ihrer Nachhaltigkeitsrichtlinien vorgenommen. Dies ist ein bemerkenswertes Signal in einem Umfeld, das von Unsicherheit geprägt ist. Gleichzeitig zeigt sich auch auf Produktebene eine anhaltende Dynamik: Knapp ein Drittel der befragten Institutionen hat ihr Angebot im Jahr 2025 erweitert, weitere 16 Prozent planen entsprechende Schritte für das Jahr 2026. In der Gesamtbetrachtung bedeutet dies, dass nahezu die Hälfte der Marktteilnehmenden ihr nachhaltiges Produktangebot ausbaut oder dies in naher Zukunft beabsichtigt.
Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.
Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die nachhaltige Finanzbranche nicht in erster Linie durch Rückzug, sondern durch Anpassungsfähigkeit und strategische Kontinuität geprägt ist. Resilienz heißt hier, auch unter veränderten Rahmenbedingungen an langfristigen Zielen festzuhalten und zugleich neue Chancen zu identifizieren.
8 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 2 | METHODIK & INHALT
- Methodik und Inhalt des FNG-Marktberichts
Seit 2005 erhebt das FNG Daten zu nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland und Österreich und veröffentlicht die Ergebnisse im Rahmen des jährlichen FNG-Marktberichts. Die gewonnenen Erkenntnisse stellen eine fundierte Momentaufnahme der Branchen dar und ermöglichen ein besseres Verständnis der Marktlage. Im diesjährigen Marktbericht werden die analysierten Schwerpunkte aus den Vorjahren größtenteils beibehalten. Zudem werden einige neue Themenfelder beleuchtet. Aufgrund der öffentlichen Debatten rund um den sogenannten „ESG-Backlash“ werden in diesem Jahr Themen zur Resilienz der Branche sowie zu geplanten regulatorischen Änderungen hervorgehoben. Darüber hinaus bietet der Bericht neue Einblicke in das nachhaltige Bankwesen, in die Perspektive der Asset Owner und in den Geschäftsbereich der nachhaltigen Anleihen.
keitsmerkmalen ein. Mit der Verordnung soll die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien transparent gemacht werden, wobei je nach anzuwendendem Artikel unterschiedliche Berichtspflichten ausgelöst werden. Im Rahmen der OffVO wird zwischen den folgenden Artikel unterschieden:
Artikel 6 – Fonds ohne Nachhaltigkeitsfokus
Artikel 8 – Fonds, die ökologische und/oder soziale Merkmale bewerben
Artikel 9 – Fonds mit einem expliziten nachhaltigen Investitionsziel
Die OffVO gibt dabei keine konkreten Anforderungen oder Schwellenwerte für die einzelnen Artikel vor. Dennoch werden die Bezeichnungen “Artikel 8” und “Artikel 9” häufig als Bewertung der Nachhaltigkeit von Fonds genutzt, was Retail-Investor:innen ein falsches Bild vermittelt und das Risiko von Greenwashing-Vorwürfen bei den Produktanbieter:innen erhöht. Diese Einschätzung wird im Markt breit geteilt, und auch die EU hat dieses Problem erkannt: Mit der im November 2025 angestoßenen Überarbeitung der OffVO sollen Kategorien mit Schwellenwerten eingeführt werden: „Transition“, „ESG-Basic“ und „Sustainable“.
Was macht nachhaltige Geldanlagen aus?
Bei klassischen Geldanlagen stehen finanzielle Faktoren im Vordergrund. Investor:innen haben unterschiedliche Risikobereitschaften und Zeithorizonte, eine Sache haben sie aber gemeinsam: In erster Linie besteht ihre Aufgabe darin, innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen die daraus erzielbare Rendite zu maximieren. Bei nachhaltigen Geldanlagen werden die klassischen Anlagekriterien von Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit um zusätzliche ökologische, soziale, Governance-bezogene oder ethische Kriterien ergänzt.
Definition nachhaltiger Geldanlagen im FNG-Marktbericht
Wenngleich die Artikel der OffVO keine Aussagen über die Nachhaltigkeitswirkung von Produkten zulassen, bieten sie eine gute erste Orientierung für die weitere Diskussion über nachhaltige Geldanlagen und für die Einordnung des diesjährigen Marktberichts in den Kontext des nachhaltigen Fondsmarkts. Der Bericht wird sich deshalb auf diese Kategorien berufen.
Demzufolge geht es bei nachhaltigen Investitionen nicht nur um finanzielle Kennzahlen, sondern auch zum Beispiel darum, nach ethischen Grundsätzen zu investieren, möglichst keinen zusätzlichen Schaden anzurichten oder sogar einen messbaren sozialen oder ökologischen Beitrag zu leisten. In der Praxis fallen diese Ansprüche sehr unterschiedlich aus. Für die einen ist es am wichtigsten, bestimmte Sektoren oder Aktivitäten wie beispielsweise Rüstung oder fossile Brennstoffe aus dem Portfolio auszuschließen. Für den anderen liegt der Fokus auf der Förderung neuer sozialer Wohnprojekte oder erneuerbarer Energien. Wieder andere setzen auf einen konstruktiven Austausch mit ihren Portfoliounternehmen, um dadurch zur Dekarbonisierung von Sektoren mit hohen Treibhausgasemissionen beizutragen.
Um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen, wird dem FNGMarktbericht, wie im letzten Jahr, auch eine breite Definition nachhaltiger Geldanlagen zugrunde gelegt. Erfasst werden demzufolge finanzielle Assets, die zumindest nach einem der gängigen Nachhaltigkeitsansätze gemanagt werden. Im letzten Jahr wurde dieses Verständnis bereits auf Spezialfonds angewandt, Publikumsfonds brauchten zusätzlich zu einem Nachhaltigkeitsansatz die Einordnung gemäß Artikel 8 oder 9 der OffVO. Da sich die Branche mit Blick auf die Überarbeitung der OffVO aktuell in einer Übergangszeit befindet, wurde die Anforderung, nach Artikel 8 oder 9 zu berichten, in diesem Jahr auch für Publikumsfonds gestrichen. Allerdings gibt es keinerlei praktische Auswirkungen auf die erfassten nachhaltigen Geldanlagen, da im Rahmen der Datenerhebung keine Publikumsfonds genannt wurden, die dieses Kriterium nicht erfüllt hätten.
Nachhaltige Geldanlagen in der EU-Regulatorik
Mit dem Ziel, im Markt für mehr Informationen hinsichtlich der Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in Finanzprodukten zu sorgen, trat 2021 die Offenlegungsverordnung (OffVO) in Kraft. Sie führte Offenlegungspflichten speziell für Finanzprodukte mit NachhaltigMarktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 9 2 | METHODIK & INHALT
Zielgruppe und Studienaufbau
Informationen zu Anlagestrategien, Produkten sowie Trends und Perspektiven erfassen.
Die Zielgruppe der vorliegenden Studie sind Banken, Asset Manager und Asset Owner, die Vermögenswerte in Deutschland oder Österreich verwalten und deren Vermögenswerte mindestens zum Teil einem der gängigen Nachhaltigkeitsansätze unterliegen, die unten (siehe Tabelle 1) erläutert werden. Es sind grundsätzlich alle Asset Manager, Asset Owner und Banken in Deutschland und Österreich zur Teilnahme an der Umfrage zugelassen. Befragt wurden damit sowohl Nachhaltigkeitspioniere als auch konventionelle Finanzmarktakteur:innen. Der Fokus des FNG-Marktberichts liegt darauf, die bestehende Vielfalt an Nachhaltigkeitsansätzen, Produkten und Perspektiven zu beleuchten und in verständlicher Form zusammenzufassen. Wie bei anderen Studien dieser Art ist auch hier davon auszugehen, dass tendenziell diejenigen Marktteilnehmenden antworten werden, die dem Thema Nachhaltigkeit positiv gegenüberstehen.
Auch wenn ein direkter Vergleich aufgrund verschiedener Ansätze nicht möglich ist, bieten die Daten der in Deutschland nach der OffVO zugelassenen Artikel-8- und Artikel-9-Fonds eine erste Orientierung. Nach Angaben des Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) belaufen sich die Gesamtvolumina von Publikums- sowie Spezialfonds gemäß Artikel 8 und Artikel 9 der OffVO für die zweite Hälfte des Jahres 2025 auf 1.253 Mrd. EUR.1 Mit
einem gesamterfassten Wert von 273,5 Mrd. EUR in Artikel-8- und -9-Fonds deckt der FNG-Marktbericht somit rund ein Fünftel des deutschen Marktes ab.
Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) beziffert das Gesamtvolumen der Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen gemäß Artikel 8 und Artikel 9 der OffVO auf 123,6 Mrd. EUR.2 Auch hier sind
die erfassten Zahlen nicht direkt vergleichbar, können aber als Orientierung dienen. Im vorliegenden Bericht werden in Österreich verwaltete Artikel-8- und Artikel-9-Fonds mit einem Volumen von insgesamt 123,4 Mrd. EUR erfasst, was einer sehr guten Abdeckung des von der FMA erfassten Werts entspricht.
Datenerhebung
Am diesjährigen Marktbericht haben sich insgesamt 57 Finanzinstitute aus Deutschland und 20 aus Österreich beteiligt. Eine Übersicht derjenigen Berichtsteilnehmenden, die einer namentlichen Nennung zugestimmt haben, ist auf Seite 50 zu finden. Der Bericht basiert auf Selbstauskünften der teilnehmenden Institutionen. Alle erhobenen Daten wurden auf Konsistenz geprüft, bei Bedarf wurde Rücksprache mit den Befragten genommen.
Nachhaltige Anlagestrategien
Das FNG hat wie jedes Jahr Daten zu den folgenden acht Anlagestrategien erhoben (siehe Tabelle 1).
Verweise Kapitel 2
Die im aktuellen Marktbericht analysierten Daten stammen vom Stichtag 31. Dezember 2025. Die Datenerhebung erfolgte im ersten Quartal 2026 mittels standardisierter Fragebögen, die detaillierte
1 BVI (2025): Fokus Nachhaltigkeit H2 2025. 2 FMA (2026): Jahresbericht 2025 Asset Management.
Tabelle 1: Nachhaltige Anlagestrategien im Überblick
Ausschlüsse Ansatz schließt systematisch bestimmte Investitionen oder Investmentklassen wie Unternehmen, Branchen oder Länder vom Investmentuniversum aus, wenn sie gegen spezifische Kriterien verstoßen.
Best-in-Class Anlagestrategie, nach der – basierend auf ESG-Kriterien – die besten Unternehmen innerhalb einer Branche, Kategorie oder Klasse ausgewählt werden.
Engagement Langfristig angelegter Dialog mit Unternehmen, um ihr Verhalten bezüglich ESG-Kriterien zu verbessern.
ESG-Integration Explizite Einbeziehung von ESG-Kriterien bzw. -Risiken in die traditionelle Finanzanalyse.
Impact Investment
Investitionen in Unternehmen, Organisationen oder Fonds mit dem Ziel, neben der Generierung finanzieller Erträge auch Einfluss auf soziale und ökologische Faktoren zu nehmen.
Nachhaltige Themenfonds
Investitionen in Branchen oder Sektoren, die mit der Förderung von Nachhaltigkeit zusammenhängen und einen ESG-Bezug haben.
Normbasiertes Screening
Überprüfung von Investitionen auf ihre Konformität mit bestimmten internationalen Standards und Normen, z. B. dem UN Global Compact, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen oder den ILO-Kernarbeitsnormen.
StimmrechtsausübungAusübung von Stimmrechten auf Hauptversammlungen, um die Unternehmenspolitik bezüglich ESG-Kriterien zu beeinflussen. Die Stimmrechtsausübung ist Teil des ESG-Engagement.
Quelle: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
10 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 3 | DEUTSCHLAND
- Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland
Teilnehmende und erfasstes Volumen
Bei Mandaten und Spezialfonds zeigt sich hingegen eine leichte Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Während auch in diesem Segment Artikel-8-Produkte mit einem Anteil von 94 Prozent weiterhin dominieren, ist der Anteil an Artikel-6-Fonds von rund 10 Prozent der erfassten Produkte auf 5 Prozent zurückgegangen. Artikel-9- Fonds bleiben mit einem Anteil von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Für die Erhebung zum FNG-Marktbericht 2026 wurden in Deutschland insgesamt 57 Fragebögen ausgewertet. Es haben 25 Asset Manager, 15 Banken und 17 Asset Owner teilgenommen, darunter Stiftungen, Versicherungen, Pensionskassen und öffentliche Einrichtungen.In diesem Rahmen wurden für Deutschland nachhaltige Geldanlagen in Höhe von insgesamt 598,5 Mrd. EUR erfasst. Wie in Grafik 3.1 abgebildet, entfallen dabei 156,8 auf selbstverwaltetes Vermögen der Asset Owner, 154,0 Mrd. EUR auf nachhaltige Publikumsfonds, 127,2 Mrd. EUR auf Mandate und Spezialfonds, 125,7 auf Eigenanlagen und 34,8 Mrd. EUR auf Kund:inneneinlagen der Banken.
Grafik 3.2: Verteilung der erfassten nachhaltigen Publikumsfonds und Spezialfonds gemäß der OffVO in Deutschland 2025 (in Prozent)1
2
6
5
712
Publikumsfondsin % Mandate und Spezialfonds in % Grafik 3.1: Erfasste nachhaltige Geldanlagen in Deutschland 2025 (in Mrd. Euro)
Gesamt
Vergebene Kredite
113
94
94
34,8
Kund:inneneinlagen
Banken Eigenanlagen
125,7
Artikel 6 Artikel 8 Artikel 9
Mandate & Spezialfonds
127,2
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Publikumsfonds
154,0
Während Publikumsfonds durch die OffVO eine formale Einordnung erhalten, gestaltet sich dies bei Spezialfonds und Mandaten komplexer. Denn einerseits erfüllt nicht jeder Fonds die Anforderungen der OffVO, andererseits sind Mandate und Spezialfonds vornehmlich institutionellen Investor:innen vorbehalten, die wiederum selbst entscheiden können, inwieweit sie in ihren Spezialfonds ökologisch-ethische Kriterien berücksichtigt wissen möchten. Zudem verwalten institutionelle Investor:innen ihr Vermögen häufig in sogenannten Masterfondsstrukturen. Innerhalb einer solchen Struktur werden in der Regel verschiedene Mandate an Asset Manager vergeben und unter einem Fondsmantel gebündelt. Die Klassifizierung als Artikel-8-Fonds kann nur erfolgen, wenn alle gebündelten Mandate die entsprechenden Anforderungen erfüllen. Dies ist nicht nur kosten- und zeitintensiv, sondern häufig aufgrund der Natur der jeweiligen Assetklassen gar nicht erst möglich.
Asset Owner AuM
156,8
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Einordnung gemäß der EU-Offenlegungsverordnung
Anteil der Artikel-8- und Artikel-9-Fonds bleibt konstant.
Die Kategorisierung der erfassten Publikumsfonds in Deutschland nach der OffVO ist im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant geblieben. Derzeit sind rund 94 Prozent als Artikel-8-Fonds eingestuft, während der Anteil der Artikel-9-Fonds von 5 auf 6 Prozent gestiegen ist. Wie bereits im Vorjahr sind unter den Publikumsfonds keine Produkte nach Artikel 6 eingestuft. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Publikumsfonds, die mit sozialen oder ökologischen Merkmalen werben, grundsätzlich als Artikel-8- oder Artikel-9- Fonds einzustufen sind.
In der Praxis berichten institutionelle Investor:innen daher oft unter Artikel 6 der OffVO, selbst wenn Nachhaltigkeitskriterien in der Investmentstrategie verankert sind. Die Einteilung in Artikel 8 oder Artikel 9 bleibt somit insbesondere bei Spezialfonds eine formale Kategorisierung mit begrenzter Aussagekraft.
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 11 3 | DEUTSCHLAND
Ungeachtet ihrer Einstufung nach der OffVO berücksichtigen sämtliche im Marktbericht erfassten Mandate und Spezialfonds weiterhin unterschiedliche Nachhaltigkeitskriterien und verfolgen unterschiedliche nachhaltige Anlagestrategien.
Rückgänge zeigen sich hingegen bei anderen Strategien: Die Stimmrechtsausübung ging von 74 Prozent im Jahr 2024 auf 58 Prozent im Jahr 2025 zurück. Der Best-in-Class-Ansatz sank im gleichen Zeitraum von 31 Prozent auf 17 Prozent. Auch Impact Investments verzeichneten einen Rückgang, von 12 Prozent auf 5 Prozent. Die Themen ESG-Integration und Engagement sind verhältnismäßig stabil geblieben und erfuhren nur einen jeweils sehr leichten Rückgang.
Nachhaltige Anlagestrategien
Ausschlüsse und ESG-Integration werden fast universell angewendet.
Ausschlüsse
Die wichtigsten Ausschlüsse sind Verstöße gegen
Ein Blick auf die Nachhaltigkeitsansätze der erfassten Anlagen in Deutschland (Grafik 3.3) zeigt ein gemischtes Bild. Einige Strategien verzeichnen einen leichten bis moderaten Zuwachs, darunter Ausschlüsse und normbasierte Screenings, während andere einen rückläufigen Trend aufweisen.
Menschenrechte, Streubomben und Anti-Personen-Minen sowie Korruption/Bestechung.
Die meisten Ausschlüsse werden in den Bereichen Verstöße gegen Menschenrechte (97 Prozent), Streubomben und Anti-PersonenMinen (97 Prozent) und Korruption/Bestechung (93 Prozent) vorgenommen. Damit gibt es eine leichte Verschiebung im Vergleich zum letzten Jahr: Ausschlüsse rund um Korruption/Bestechung sind auf den dritten Platz vorgerückt.
Ausschlüsse und ESG-Integration bleiben auch im Jahr 2025 die meistverbreiteten Nachhaltigkeitsansätze in Deutschland – sie bilden die Grundlage, die von nahezu allen Marktteilnehmenden angewendet wird. Die Nutzung von Ausschlüssen im Investitionsprozess stieg von 96 Prozent im Jahr 2024 auf 100 Prozent im Jahr 2025. Damit kommt diese Strategie mittlerweile bei sämtlichen erfassten Fonds und Mandaten zum Einsatz – ebenso wie bei allen selbstverwalteten Vermögenswerten der teilnehmenden Asset Owner und Banken. Die Anwendung des normbasierten Screenings hat sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht gesteigert, von 85 Prozent auf 88 Prozent, der Einsatz nachhaltiger Themenfonds von 4 Prozent auf 8 Prozent.
Rüstung ist nach wie vor von der überwiegenden Mehrheit der Investitionen ausgeschlossen.
Verglichen mit dem Vorjahr ist ein leichter Rückgang bei der Anwendung einiger Ausschlusskriterien zu beobachten. Im Bereich der Atom-, biologischen und chemischen Waffen wird ein moderater Rückgang von 99 Prozent auf 91 Prozent verzeichnet. In der Kategorie der sämtlichen Waffen fällt der Anteil von 72 Prozent auf 62 Prozent. Bei Streubomben und Anti-Personen-Minen ist die Haltung der Investor:innen allerdings weitgehend unverändert – Investitionen in diesem Bereich werden weiterhin von 97 Prozent der erfassten Anlagen mit Ausschlusskriterien in Deutschland ausgeschlossen.
Grafik 3.3: Nachhaltige Anlagestrategien in Deutschland 2024 vs. 2025 (in Prozent)2
80
88
92
100
100
2024 2025
Grafik 3.4: Die Top Ten der unternehmensbezogenen Ausschlusskriterien in Deutschland 2024 vs. 2025 (in Prozent)3
80
58
60
100
2024 2025 97
97
67
82
86
92
91
93
40
80
62
20
17
60
5
8
Best-in-Universe
StimmrechtsausübungEngagementNormbasiertes Screening
ESG-Integration
Ausschlüsse
0
42
40
Impact
Investment
Nachhaltiger
Themenfonds
Best-in-Class
Best-in-Progress
20
Fossile Energieträger/
Kohle
ABC-Waffen
Verstöße gegen
Arbeitsrechte
Korruption/
Bestechung
Streubomben &
Anti-Personen-Minen
Verstöße gegen
Menschenrechte
0
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Umweltzerstörung
Tabak
Umweltgesetze/
Kernenergie
Verstöße gegen
Sämtliche Waffen
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
12 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 3 | DEUTSCHLAND
Das Forum Nachhaltige Geldanlagen hat sich mehrfach gegen eine Lockerung der Rüstungsausschlüsse in nachhaltigen Finanzprodukten positioniert. Angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges sowie der gesamten geopolitischen Lage steht die Rüstungsindustrie weiterhin im Fokus gesellschaftlicher und finanzieller Debatten. Dabei wird von der Rüstungsindustrie und Teilen der Politik versucht, Investitionen in Rüstung gesellschaftlich akzeptabel zu machen, indem sie als „sozial nachhaltig“ dargestellt werden. Auch die Deutsche Kreditwirtschaft lockerte Ende 2024 ihre Auflagen für die Aufnahme von Waffen- und Rüstungskonzernen, sodass Produktanbieter:innen sie jetzt in ihren als nachhaltig vermarkteten Produkten platzieren dürfen.4
Ein Rückgang der Anzahl angewandter Strategien ist allerdings kein Indikator für einen niedrigeren Nachhaltigkeitsanspruch einer Investition. Relevant ist vielmehr, welche konkreten Kriterien innerhalb der einzelnen Strategien zur Anwendung kommen, wie konsequent deren Umsetzung erfolgt und inwiefern sie sich sinnvoll ergänzen.
Die Verschiebung innerhalb der Verteilung kann unter Berücksichtigung der Angaben zu Änderungen an der Nachhaltigkeitsstrategie (siehe Kapitel 7.1) gelesen werden: Die Befragten, die ihre Strategie geändert haben, geben größtenteils an, ihr Ambitionsniveau nicht gesenkt zu haben. Das spricht dafür, dass Anbieter:innen ihre Strategiekombinationen straffen und sich stärker auf ausgewählte Ansätze konzentrieren.
Das FNG sieht diese Entwicklung kritisch. Die destruktive Funktion von Waffen widerspricht den Leitprinzipien der Nachhaltigkeit – dem Schutz der Menschenrechte und der Umwelt sowie der Erreichung von sozialen oder ökologischen Zielen. Das häufig angeführte Argument der Notwendigkeit von Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit Europas mag angesichts der geopolitischen Situation legitim sein, jedoch lässt sich damit keine Deklaration von Rüstungsinvestments als nachhaltig begründen. Des Weiteren sieht das FNG die Verantwortung für die Gewährleistung von Sicherheit auf staatlicher Ebene.
Grafik 3.5: Aufteilung nach der Anzahl der angewendeten nachhaltigen Anlagestrategien in Deutschland 2025 (in Prozent)5
1 1
13
2 Ansätze 1 Ansatz
3 Ansätze 4 Ansätze
32
Bei Investitionen in Rüstung zeigt sich aktuell ein deutliches Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Rendite. Zu einem Zeitpunkt, da die geopolitische Lage die Gewinnerwartungen der Rüstungsbranche erheblich verbessert hat, stehen Rendite und Nachhaltigkeitsziele mitunter in Konflikt miteinander. Die Entscheidung, welche Priorität gesetzt wird, obliegt den Investor:innen.
5 oder mehr Ansätze
53
Ausschlüsse bei sozialen Themen bleiben bestehen.
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Die Daten zu angewandten Ausschlüssen im sozialen Bereich zeigen ein etwas anderes Bild. Unternehmen mit bekannten Verstößen gegen Menschenrechte (97 Prozent) oder gegen Arbeitsrechte (92 Prozent) werden weiterhin größtenteils von nachhaltigen Investitionen ausgeschlossen. Im Bereich der Korruption und Bestechung ist der Anteil gegenüber dem Vorjahr sogar deutlich gestiegen – von 81 Prozent auf 93 Prozent.
Asset-Allokation
Staatsanleihen sind die wichtigste Assetklasse.
Im aktuellen Berichtsjahr dominieren bei den erfassten Assets in Deutschland Staatsanleihen mit 32 Prozent die Asset-Allokation nachhaltiger Geldanlagen. Immobilien/Grundbesitz und Unternehmensanleihen folgen mit jeweils 19 Prozent. 12 Prozent der erfassten nachhaltigen Geldanlagen sind in Aktien investiert. Die verbleibenden 18 Prozent verteilen sich auf kleinere Segmente wie Geldmarkt, alternative Investments, Venture Capital und sonstige Anlagen. Die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr, insbesondere der Rückgang des Aktienanteils von 29 auf 12 Prozent, und der Fokus auf Staatsanleihen, lassen sich zum Teil mit einer anderen Zusammensetzung der Befragten erklären.
85 Prozent nutzen vier oder mehr nachhaltige Anlagestrategien parallel.
Die gleichzeitige Anwendung mehrerer nachhaltiger Anlagestrategien ist weiterhin etablierter Standard. Wie Grafik 3.5 zeigt, kombinieren 53 Prozent der erfassten nachhaltigen Anlagen fünf oder mehr Investmentansätze, allerdings ist dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr (79 Prozent) zurückgegangen. Demgegenüber stieg der Anteil der Anlagen mit vier Strategien von 7 auf 32 Prozent, sodass bei insgesamt 85 Prozent der nachhaltigen Anlagen mindestens vier Anlagestrategien gleichzeitig eingesetzt werden. Der Anteil der Anlagen mit ein bis drei Strategien bleibt mit einer Änderung von 14 auf 15 Prozent weitgehend konstant.
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 13 3 | DEUTSCHLAND
Grafik 3.7: Merkmale für nachhaltige Fonds gemäß MiFID II in Deutschland 2025 (in Prozent)7
Grafik 3.6: Asset-Allokation der erfassten nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland 2025 (in Prozent)6
PAIs + OffVO + TaxVO 9
Immobilien/ Grundbesitz 19
Sonstige 18
OffVO + TaxVO 8
19 Unternehmensanleihen Aktien 12
Staatsanleihen 32
PAIs + OffVO 77
PAIs 6
0,4
OffVO
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
MiFID-II-Konformität
Obwohl die technischen Bewertungskriterien für die Umweltziele drei bis sechs der TaxVO seit dem 1. Januar 2024 in Kraft sind und die entsprechenden Berichtspflichten für Geschäftsberichte des Jahres 2025 verpflichtend gelten, hat sie sich in der Praxis, wie anhand der Grafik 3.7 zu sehen ist, bislang nicht durchgesetzt. Als eigenständiges oder primäres Kriterium zur Erfüllung von Nachhaltigkeitspräferenzen im Beratungsprozess findet die TaxVO kaum Anwendung. Die Gründe hierfür liegen nach wie vor in der eingeschränkten Datenverfügbarkeit sowie den strengen technischen Bewertungskriterien, die in der Praxis dazu führen, dass nur ein geringer Anteil wirtschaftlicher Aktivitäten als taxonomiekonform eingestuft wird. Diese Herausforderungen bestätigt auch die PwCStudie EU Taxonomy Reporting 20258 , der zufolge die TaxonomieTaxVO spielt in der Bestimmung der Nachhaltigkeit wie bereits in den Vorjahren kaum eine Rolle.
Seit der Einführung von MiFID II sind Finanzberater:innen dazu verpflichtet, die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kund:innen zu berücksichtigen und – nach Wunsch – in entsprechende Finanzprodukte zu übersetzen. Für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen im Rahmen von MiFID II ist die bloße Klassifizierung eines Finanzprodukts als Artikel-8- oder Artikel-9-Produkt nach der OffVO nicht ausreichend. Ausschlaggebend ist, ob das Produkt die Nachhaltigkeitspräferenzen erfüllt, die in der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 festgelegt sind.
konformität europäischer Finanzinstitute trotz verbesserter Datenlage kaum gestiegen ist und die Taxonomiedaten von den meisten Instituten bislang nicht zur strategischen Steuerung genutzt werden. Ob und in welchem Umfang sich die Nutzung der TaxVO mit verbesserter Datenlage künftig ausweiten wird, bleibt abzuwarten.
Ein Produkt erfüllt die MiFID-II-Anforderungen, wenn es mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt:
• Taxonomiekonforme Investitionen gemäß EU-Taxonomie- Verordnung (TaxVO),
Verweise Kapitel 3
• nachhaltige Investitionen im Sinne von Art. 2 Nr. 17 der OffVO oder
1 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 153,8 Mrd. EUR für Publikumsfonds und 119,7 Mrd. EUR für Spezialfonds zugrunde.
• Berücksichtigung wesentlicher Nachhaltigkeitsindikatoren (Principal Adverse Impact Indicators, PAIs).
2 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 434,8 Mrd. EUR zugrunde. 3 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 334,2 Mrd. EUR zugrunde. 4 Vgl. Deutsche Kreditwirtschaft: Gemeinsamer Mindeststandard zur Zielmarkt bestimmung (überarbeitet).
Die Analyse zeigt, dass sich die berücksichtigten Nachhaltigkeitsmerkmale bei Publikumsfonds im Rahmen der MiFID-II-Beratung innerhalb der letzten drei Jahre zunehmend angleichen. Die größte Gruppe umfasst 77 Prozent der nachhaltigen Fonds, die die PAIs mit der OffVO kombinieren. Weitere 9 Prozent verknüpfen beide Kriterien zusätzlich mit der TaxVO, während 8 Prozent ausschließlich OffVO und TaxVO gemeinsam anwenden. Nur 6 Prozent der Fonds orientieren sich allein an den PAIs. Auffällig ist dabei, dass die TaxVO weder isoliert noch ausschließlich in Verbindung mit den PAIs ohne Einbeziehung der OffVO angewendet wird.
5 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 434,8 Mrd. EUR zugrunde. 6 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 366,3 Mrd. EUR zugrunde. 7 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 198,1 Mrd. EUR zugrunde. 8 Vgl. PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: EU Taxonomy Reporting 2025. Frankfurt am Main 2025.
14 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 4 | ÖSTERREICH
- Nachhaltige Geldanlagen in Österreich
Teilnehmende und erfasstes Volumen
Grafik 4.2: Verteilung der erfassten nachhaltigen Publikumsfonds und Spezialfonds gemäß der OffVO in Österreich 2025 (in Prozent)1
Für Österreich wurden im Rahmen des diesjährigen Marktberichts insgesamt 20 Fragebögen ausgewertet. Es haben 12 Asset Manager, 4 Banken und 4 Asset Owner teilgenommen.
3
0
Der FNG-Marktbericht erfasst für Österreich nachhaltige Geldanlagen in Höhe von 139,8 Mrd. EUR. Wie in Grafik 4.1 abgebildet, entfallen dabei 78,8 Mrd. EUR auf nachhaltige Publikumsfonds, 44,5 Mrd. EUR auf Mandate und Spezialfonds, 10,8 Mrd. EUR auf nachhaltig verwaltetes Vermögen der Asset Owner, 3,5 Mrd. EUR auf Eigenanlagen und 2,2 Mrd. EUR auf Kund:inneneinlagen der Banken.
Publikumsfondsin %
Mandate und Spezialfonds in %
97
100
i
146,8
Gesamt
Artikel 8 Artikel 9
Grafik 4.1: Erfasste nachhaltige Geldanlagen in Österreich 2025 (in Mrd. Euro)
Vergebene Kredite
7
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Kund:inneneinlagen
2,2
Diese Klassifizierungen liefern jedoch nur begrenzte Informationen über die tatsächlich verfolgten Nachhaltigkeitsansätze, da Artikel 8 und 9 keine Schwellen- und Grenzwerte liefern. Ein vertiefter Blick auf die angewandten Kriterien ist daher unerlässlich. Durch die umfassende Erhebung der Nachhaltigkeitsstrategien ermöglicht der Marktbericht eine differenzierte Analyse, die über die reine regulatorische Einordnung hinausgeht.
Eigenanlagen
3,5
AO AuM
10,8
Mandate & Spezialfonds
44,5
Publikumsfonds
78,8
Nachhaltige Anlagestrategien
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Die nachfolgende Grafik 4.3 verdeutlicht die am häufigsten angewendeten nachhaltigen Anlagestrategien und damit auch eine klare Prioritätensetzung auf dem österreichischen Fondsmarkt. Auch im Jahr 2025 bleibt die Selektion nach Ausschlusskriterien (negatives Screening) die dominierende Strategie im nachhaltigen Investitionsprozess und kommt bei nahezu allen erfassten Produkten zur Anwendung.
Einordnung gemäß der EU-Offenlegungsverordnung
Artikel-8-Fonds dominieren weiterhin den Markt.
Auch im diesen Jahr machen Artikel-8 Fonds den Großteil der nachhaltigen Fonds in Österreich aus. Im Bereich der Publikumsfonds ist der Gesamtanteil der von uns in dieser Kategorie erfassten Fonds von 94 Prozent auf 97 Prozent gestiegen. Im Bereich der Spezialfonds liegt der Anteil weiterhin bei 100 Prozent. Wie bereits im Vorjahr sind unter den Publikumsfonds keine Produkte nach Artikel 6 klassifiziert, der Anteil an Artikel-9-Fonds ist von 6 Prozent auf 3 Prozent gesunken.
ESG-Integration wird jetzt bei 95 Prozent der erfassten Fonds angewandt.
Bezüglich der anderen Ansätze gibt es leichte Veränderungen. Die ESG-Integration zählt im Jahr 2025 zu den beliebtesten Ansätzen und belegt nun mit einem Anteil von 95 Prozent der erfassten nachhaltigen Geldanlagen den zweiten Platz. Im letzten Jahr war die ESG-Integration mit 80 Prozent noch auf Platz drei.
Die ESG-Integration bezeichnet die explizite Einbeziehung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) in die traditionelle Finanzanalyse. Diesem Ansatz liegt die Annahme zugrunde,
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 15 4 | ÖSTERREICH
Nachhaltige Fonds schließen zunehmend alle Arten von Rüstung aus.
dass nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Chancen – wie beispielsweise die physischen Auswirkungen des Klimawandels oder der internationalen klimapolitischen Maßnahmen – die finanzielle Entwicklung von Portfoliounternehmen beeinflussen können. Die steigende Prävalenz dieses Ansatzes belegt eine zunehmende Anerkennung von ESG-Kriterien in der Finanzanalyse.
Österreichische Investor:innen zeigen auch weiterhin eine klare Kante gegen Rüstungsinvestitionen. So werden Streubomben und Anti-Personen-Minen aus 97 Prozent und ABC-Waffen aus 93 Prozent der erfassten nachhaltigen Geldanlagen ausgeschlossen. Verglichen mit dem Vorjahr konnte damit ein leichter Anstieg verzeichnet werden. Der Ausschluss von sämtlichen Waffen ist mit 86 Prozent im Jahr 2025 ebenfalls gestiegen (2024: 78 Prozent). Diese Werte spiegeln einen hohen Grad an Ambition und Resilienz auf dem österreichischen Markt wider. Denn angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges sowie der gesamten geopolitischen Lage steht die Rüstungsindustrie weiterhin im Mittelpunkt gesellschaftlicher und finanzieller Debatten. Wie in Kapitel 3 dargelegt, bewegt sich der Trend in Deutschland aktuell in die entgegengesetzte Richtung.
Grafik 4.3: Nachhaltige Anlagenstrategien in Österreich 2024 vs. 2025 (in Prozent)2
83
87
100
2024 2025 95
100
80
57
60
40
3
12
23
Grafik 4.4: Die Top Ten der unternehmensbezogenen Ausschlusskriterien in Österreich 2024 vs. 2025 (in Prozent)3
20
StimmrechtsausübungEngagementNormbasiertes Screening
ESG-Integration
Ausschlüsse
0
100
97
96
96
82
86
93
93
93
Impact
Investment
Nachhaltiger
Themenfonds
Best-in-Class
Best-in-Progress
Best-in-Universe
2024 2025
80
62
60
55
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
40
Ein großer Anstieg ist ebenfalls bei der Best-in-Class-Strategie zu verzeichnen, deren Anwendung von 67 Prozent im Jahr 2024 auf 83 Prozent im Jahr 2025 gestiegen ist. Auch die Anwendung von nachhaltigen Themenfonds hat sich fast verdoppelt, wenngleich der Ausgangspunkt viel niedriger war (von 7 Prozent auf 12 Prozent).
20
0
Korruption/
Bestechung
Streubomben &
Anti-Personen-Minen
Umweltzerstörung
Tabak
Fossile Energieträger/
Kohle
ABC-Waffen
Verstöße gegen
Arbeitsrechte
Umweltgesetze/
Verstöße gegen
Menschenrechte
Sämtliche Waffen
Verstöße gegen
Kernenergie
Die Anwendung des normbasierten Screenings ist konstant geblieben. Leichte Rückgänge gab es hingegen bei den Kategorien Impact Investments (im Vorjahr 6 Prozent), Stimmrechtsausübung (im Vorjahr 26 Prozent) und Engagement (im Vorjahr 60 Prozent).
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Ausschlusskriterien
Mit Blick auf soziale Aspekte zeigt sich eine zunehmende Signifikanz innerhalb der Ausschlusskriterien. Dies wird insbesondere am Anstieg der Ausschlüsse im Bereich von Menschenrechtsverstößen (96 Prozent) sowie Verletzungen von Arbeitsrechten (96 Prozent) deutlich. Insgesamt ergibt sich damit ein konsistentes Gesamtbild: Während an der grundsätzlichen Ablehnung von Rüstungsinvestitionen weiterhin konsequent festgehalten wird, gewinnen gleichzeitig soziale Kriterien zunehmend an Bedeutung.
Was die Anwendung der jeweiligen Ausschlusskriterien betrifft, ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Das gilt insbesondere in Bezug auf Verstöße gegen Menschen- und Arbeitsrechte oder Umweltgesetze und auch mit Blick auf Investitionen in fossile Energieträger und Tabak. Bei all diesen Kategorien ist die Anwendung auf dem Fondsmarkt jeweils um rund 20 Prozentpunkte gestiegen. Bei Verstößen gegen Umweltgesetze ist dieser Anstieg am stärksten – von einer Anwendung bei 49 Prozent der erfassten Werte im Jahr 2024 auf 82 Prozent im Jahr 2025.
16 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 4 | ÖSTERREICH
Asset-Allokation
81 Prozent der nachhaltigen Anlagen nutzen vier oder mehr Anlagestrategien parallel.
Kontinuität in der Asset-Allokation
Dabei ist nicht nur die Anwendung vieler Nachhaltigkeitsstrategien an sich gestiegen (siehe Grafik 4.3 oben), sondern auch die durchschnittliche Anzahl an verwendeten Strategien pro Anlage. Grafik 4.5 zeigt, dass bei 81 Prozent der erfassten Anlagenwerte mindestens vier verschiedene Strategien zur Anwendung kommen, was einen moderaten Anstieg im Vergleich zu den 76 Prozent im letzten Jahr darstellt. Dabei setzt ein erheblicher Teil davon – mehr als die Hälfte aller erfassten Werte (56 Prozent) – sogar auf eine Kombination aus fünf oder mehr gleichzeitig angewandten nachhaltigen Anlagestrategien. Dies entspricht ebenfalls einem moderaten Anstieg gegenüber dem Vorjahr, in dem lediglich 48 Prozent der Kapitalanlagen eine vergleichbare strategische Bandbreite aufwiesen.
Die Asset-Allokation nachhaltiger Geldanlagen in Österreich bleibt weitgehend konstant und weist weiterhin eine ausgewogene Verteilung auf. Mit einem Aktienanteil von 40 Prozent und einer Anleihequote von 48 Prozent zeigt sich eine klare Gewichtung zwischen den beiden zentralen Anlageklassen.
Die übrigen 12 Prozent entfallen auf verschiedene Segmente wie Immobilien(-fonds) und Grundbesitz, sowie Liquidität. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren lassen sich keine größeren strukturellen Veränderungen im Portfolio feststellen.
Grafik 4.6: Asset-Allokation der erfassten nachhaltigen Geldanlagen in Österreich 2025 (in Prozent)5
Grafik 4.5: Aufteilung nach der Anzahl der angewendeten nachhaltigen Anlagestrategien, Österreich 2025 (in Prozent)4
3 9 7
2 Ansätze 1 Ansatz
Staatsanleihen 20
3 Ansätze 4 Ansätze
28 UnternehmensAktien anleihen 40
Sonstige 12
25
5 oder mehr Ansätze
56
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
MiFID-II-Konformität
Der Anteil der Kapitalanlagen mit vier Strategien liegt aktuell bei 25 Prozent und ist damit leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahr (28 Prozent). Deutlich stärker fällt der Rückgang bei weniger breit aufgestellten Ansätzen aus: Nur noch 19 Prozent greifen auf ein bis drei Strategien zurück, verglichen mit den 24 Prozent im Vorjahr, die drei oder weniger Strategien kombinierten.
Taxonomie spielt in der Bestimmung der Nachhaltigkeit wie bereits im Vorjahr kaum eine Rolle.
Seit der Einführung von MiFID II sind Finanzberater:innen dazu verpflichtet, die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kund:innen zu berücksichtigen und – nach Wunsch – in entsprechende Finanzprodukte zu übersetzen. Für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen im Rahmen von MiFID II ist die bloße Klassifizierung eines Finanzprodukts als Artikel-8- oder Artikel-9-Produkt nach der OffVO nicht ausreichend. Ausschlaggebend ist, ob das Produkt die Nachhaltigkeitspräferenzen erfüllt, die in der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 festgelegt sind.
Insgesamt deutet diese Entwicklung auf eine zunehmende Diversifizierung der eingesetzten Nachhaltigkeitsansätze hin. Nachhaltige Investments erfolgen somit in der Regel auf mehreren Ebenen und basieren nur selten auf einer einzelnen Strategie.
Gleichzeitig lässt sich aus der Anzahl der angewandten Methoden nicht unmittelbar auf den Grad der Nachhaltigkeit eines Fonds schließen. Ausschlaggebend ist vielmehr, welche konkreten Kriterien innerhalb der jeweiligen Strategien umgesetzt werden, wie konsequent diese angewendet werden und wie gut sie ineinandergreifen.Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 17 4 | ÖSTERREICH
Nach dieser Regelung stehen im Beratungsprozess drei Kriterien zur Einordnung nachhaltiger Finanzprodukte zur Auswahl. Ein Produkt erfüllt die MiFID-II-Anforderungen, wenn es mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt:
Obwohl die technischen Bewertungskriterien für die Umweltziele drei bis sechs der TaxVO seit dem 1. Januar 2024 in Kraft sind und die entsprechenden Berichtspflichten für Geschäftsberichte des Jahres 2025 verpflichtend gelten, hat sich dies in der Praxis bislang nicht durchgesetzt. Als eigenständiges oder primäres Kriterium findet die TaxVO weiterhin kaum Anwendung. Verglichen mit den Werten aus dem letzten Jahr wird sogar deutlich, dass die Anwendung der TaxVO deutlich zurückgegangen ist (von 15 Prozent auf 10 Prozent).
• Taxonomiekonforme Investitionen gemäß EU-Taxonomie- Verordnung (TaxVO),
• nachhaltige Investitionen im Sinne von Art. 2 Nr. 17 der OffVO oder
• Berücksichtigung wesentlicher Nachhaltigkeitsindikatoren (Principal Adverse Impact Indicators, PAIs).
Die Gründe hierfür liegen nach wie vor in der eingeschränkten Datenverfügbarkeit sowie den strengen technischen Bewertungskriterien, die in der Praxis dazu führen, dass nur ein geringer Anteil wirtschaftlicher Aktivitäten als taxonomiekonform eingestuft wird. Diese Herausforderungen bestätigt auch die PwC-Studie EU Taxonomy Reporting 20257 , der zufolge die Taxonomiekonformität europäischer Finanzinstitute trotz verbesserter Datenlage kaum gestiegen ist und die Taxonomiedaten von den meisten Instituten bislang nicht zur strategischen Steuerung genutzt werden. Ob und in welchem Umfang sich die Nutzung der TaxVO mit verbesserter Datenlage künftig ausweiten wird, bleibt abzuwarten.
Wie schon im Vorjahr dominieren die PAIs das Bild und werden von 98 Prozent der erfassten Fondswerte angegeben. Die sehr hohe Anwendung lässt sich aus den Vorgaben der OffVO ableiten – grundsätzlich sind Fondsanbieter:innen verpflichtet, PAIs zu all ihren Fonds zu berichten, die als Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds klassifiziert werden. Lediglich kleinere Fondsanbieter:innen mit weniger als 500 Mitarbeitenden sind von der PAI-Berichterstattung auf Unternehmensebene ausgenommen. Dies erklärt die 2 Prozent an berichteten Fondswerte in Grafik 4.7, die nach Offenlegungsverordnung MIFID-II-Konformität erlangen.
Verweise Kapitel 4
Grafik 4.7: Merkmale für nachhaltige Fonds gemäß MiFID II in Österreich 2025 (in Prozent)6
1 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 123,4 Mrd. EUR zugrunde – 79,0 Mrd. EUR in Publikumsfonds und 44,4 Mrd. EUR in Spezialfonds. 2 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 112,6 Mrd. EUR zugrunde. 3 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 103,7 Mrd. EUR zugrunde. 4 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 112,6 Mrd. EUR zugrunde. 5 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 84,7 Mrd. EUR zugrunde.
PAIs 13
6 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 76,2 Mrd. EUR zugrunde.
PAIs + OffVO + TaxVO 10
7 Vgl. PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: EU Taxonomy Reporting 2025. Frankfurt am Main 2025.
PAIs + OffVO 75
OffVO 2
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Die größte Gruppe (75 Prozent aller erfassten Fondswerte) verbindet die PAIs mit der OffVO. Weitere 13 Prozent wenden ausschließlich die PAIs an, während 10 Prozent zusätzlich zu den PAIs sowohl die TaxVO als auch die OffVO einbeziehen. Lediglich 2 Prozent orientieren sich allein an der OffVO. Auffällig ist, dass die TaxVO in den erfassten Fonds weder als alleiniges Kriterium noch in Kombination ausschließlich mit den PAIs ohne Einbezug der OffVO zur Anwendung kommt.
18 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 5 | ASSET OWNER
- Asset Owner
Insgesamt 21 Asset Owner aus Deutschland und Österreich haben an der Befragung für den Marktbericht 2026 teilgenommen – darunter Versicherungen, Pensions- und Vorsorgekassen, Einrichtungen der öffentlichen Hand, Sozialkassen, Stiftungen sowie kirchliche Einrichtungen. Zusammen verfügen sie über nachhaltige Anlagen in Höhe von 167,6 Mrd. EUR, wovon wiederum etwa die Hälfte (85,2 Mrd. EUR) selbstverwaltet werden.
Neben der Portfoliozusammensetzung wurden die Befragten um Auskunft darüber gebeten, welche Rolle ESG-Kriterien bei der Auswahl von Vermögensverwalter:innen und Fonds spielen. Bei allen befragten Asset Ownern flossen ESG-Kriterien in die Entscheidung mit ein. Die Mehrheit davon, 63 Prozent, bezeichnete ESG-Kriterien sogar als eine wesentliche, für die Auswahl der Verwalter:innen unverzichtbare Anforderung.3 Dabei wird besonderer Wert auf verpflichtende ESG-Strategien im Fondsmanagement (74 Prozent) und auf regelmäßiges und detailliertes Reporting zu ESG-Kriterien (68 Prozent) gesetzt.4 Den Angaben der Teilnehmenden zufolge wird darüber hinaus auf weitere Faktoren geachtet, z. B. ob die zu beauftragenden Kapitalverwalter:innen sich an bestimmte Ausschlusskriterien halten oder sich freiwillig zu der Einhaltung von externen Prinzipien bekennt (z. B. den PRI). Andere suchen explizit nach Kapitalverwaltungsgesellschaften, die sich darüber hinaus durch Engagement und Stimmrechtsausübung aktiv für bestimmte soziale oder ökologische Ziele einsetzen.
Kontinuität in der Asset-Allokation
Die Portfoliozusammensetzung zeigt eine stabile Allokation, die im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert ist.1 Die durchschnittliche Aktienquote liegt weiterhin bei 9 Prozent, während Staats- und Unternehmensanleihen mit 67 Prozent den größten Anteil am Portfolio ausmachen (2024: 66 Prozent). Eine Veränderung gibt es dennoch bei der Quote an Immobilien/Grundbesitz, die sich von 8 Prozent im Berichtsjahr 2024 auf jetzt 21 Prozent mehr als verdoppelt hat, ein Trend der in Deutschland ebenfalls bei der Gesamt-Asset-Allokation bereits festgestellt wurde.
Umweltkontroversen und Menschenrechte wichtigste Themen für Asset Owner
Grafik 5.1: Asset Allokation der erfassten Asset Owner Assets in Deutschland und Österreich 2025 (in Prozent)2
Ein Blick auf Grafik 5.2 liefert weiterführende Einblicke in die Nachhaltigkeitsthemen, die Asset Owner bei der Auswahl von Vermögensverwalter:innen und Fonds priorisieren. An oberster Stelle stehen Umweltkontroversen und -zerstörung sowie Menschenrechte, die jeweils von knapp 90 Prozent der Befragten als „eher wichtig“ bis „wichtig“ eingeschätzt wurden. Über 90 Prozent der Asset Owner bewerten außerdem Nachhaltigkeitsmanagement und -berichterstattung als mindestens „eher wichtig”. Das Lieferkettenmanagement bildet im Vergleich zu den übrigen Bereichen das Schlusslicht hinsichtlich seiner Bedeutung für die Entscheidungsfindung.Immobilien/Grundbesitz2132Unternehmensanleihen Aktien 9
Staatsanleihen 34
4
Sonstige
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Auch nach der Entscheidung für eine:n Vermögensverwalter:in oder ein Investment bleiben ESG-Themen relevant: Die Hälfte der befragten Asset Owner berichtet davon, regelmäßige strategische Gespräche zu ESG-Kriterien mit ihren Vermögensverwalter:innen oder Portfoliounternehmen zu führen. 39 Prozent geben an, nur anlassbezogen aktiv zu werden. Ein solcher Anlass könnte etwa das Aufkommen einer Kontroverse oder ein unzureichendes Reporting sein. 11 Prozent der Asset Owner geben an, ausschließlich passiv zu agieren.5
Diese eher risikoreduzierte Ausrichtung ist charakteristisch für institutionelle Investor:innen, die in der Regel eine langfristige Anlagestrategie verfolgen, bei der Kapitalerhalt, Stabilität und berechenbare Erträge im Vordergrund stehen. Aktien spielen daher eine untergeordnete Rolle, während Anleihen aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Volatilität und ihrer planbaren Ausschüttungen bevorzugt werden. Dies wird jetzt durch einen wachsenden Anteil an Immobilen/Grundbesitz ergänzt, da sie als Assetklasse ähnliche Merkmale aufweisen und zusätzlich als gute Absicherung gegen Inflation gelten.
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 19 5 | ASSET OWNER
Grafik 5.2: Wie bewerten Sie die einzelnen ESG-Bereiche bei der Auswahl der Vermögensverwalter:innen oder Fonds? (in Prozent; n: 18) 0 20 40 60 80 100
Lieferkettenmanagement Risikomanagement/Berichterstattung Klimawandel Unternehmensethik Beschäftigungsbedingungen Umweltauswirkungen Produkte/DL NH-Management und -berichterstattung Unternehmensführung Menschenrechte Umweltkontroversen/Umweltzerstörung
wichtig eher wichtig eher unwichtig unwichtig
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Verweise Kapitel 5
1 Im Marktbericht 2025 wurden Asset Owner in Deutschland und Österreich getrennt betrachtet. Die genannten Zahlen für das Berichtsjahr 2024 wurden daher für den vorliegenden Marktbericht aggregiert berechnet. 2 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 62,7 Mrd. EUR zugrunde. 3 N = 19 4 N = 19 5 N = 18
20 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 6 | NACHHALTIGES BANKWESEN
- Nachhaltiges Bankwesen
Banken sind ein zentraler Teil der nachhaltigen Finanzinfrastruktur. Durch Kreditvergaben, die Verwaltung ihrer Eigen- und Kund:innenanlagen sowie die Emission von Anleihen beeinflussen sie maßgeblich, in welche wirtschaftlichen Aktivitäten Finanzströme gelenkt werden. Damit nehmen Banken eine Schlüsselrolle in der Transformation des Finanzsystems ein. Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick darüber, wie Banken in Deutschland und Österreich diesen Anforderungen begegnen.
Wichtig für das nachhaltige Kreditgeschäft sind allerdings nicht nur die zu vermeidenden Aktivitäten und Sektoren, sondern auch die sozialen und ökologischen Ziele, die durch eine Finanzierung seitens der Banken aktiv gefördert werden. Angesichts steigender Wohnkosten und hoher Energiepreise setzen Banken ein klares Zeichen: Soziales und energieeffizientes Wohnen wird von allen Teilnehmenden als positives Kriterium in der Kreditvergabe implementiert. Darüber hinaus verankern 77 Prozent der Banken die Förderung erneuerbarer Energien – insbesondere Wind- und Solarkraft – als positives Kriterium in der Kreditvergabe. Jeweils 69 Prozent der befragten Banken berücksichtigen ebenfalls Bildungsbzw. soziale Einrichtungen als positive Kriterien, gefolgt vom Gesundheitswesen mit 62 Prozent und nachhaltiger Infrastruktur mit 54 Prozent. Eine geringere Relevanz weisen Kredite für Kirchen und Diakonie sowie für NGOs und gemeinnützige Stiftungen auf, die jeweils von 31 Prozent der Banken als positives Kriterium herangezogen werden.
Nachhaltige Kreditvergabe
Die Analyse der nachhaltigen Kreditvergabe zeigt ein klares Bild der bankseitigen Nachhaltigkeitsstandards. Wie in anderen Finanzbereichen spielt auch hier das negative Screening eine maßgebliche Rolle. So schließen 100 Prozent der befragten Banken Unternehmen mit bekannten Verstößen gegen Menschenrechte oder Arbeitsrechte von nachhaltigen Kreditgeschäften aus. Auch Pornografie und Glücksspiel werden von einem hohen Anteil (94 Prozent) der Befragten ausgeschlossen. Ausschlusskriterien im Zusammenhang mit Verstößen gegen Umweltgesetze sowie mit Korruption spielen mit einem Anteil von 88 Prozent ebenfalls eine wesentliche Rolle. Sämtliche Waffen und Rüstungsgüter sowie Tabak und Tierversuche werden jeweils mit einem Anteil von 81 Prozent ausgeschlossen, während der Ausschluss von Gentechnik bei 75 Prozent liegt.
Grafik 6.2: Positive Kriterien bei der nachhaltigen Kreditvergabe (in Prozent, n: 13)2
100
Wohnwirtschaft
Erneuerbare Energien
77
69
Bildungseinrichtungen
69
Soziale Einrichtungen
Grafik 6.1: Top 10 der angewandten Ausschlusskriterien bei der nachhaltigen Kreditvergabe (in Prozent, n: 16)1
Gesundheitswesen
62
54
Nachhaltige Infrastruktur
Verstöße gegen Menschenrechte
100
Kredite für Kirche und Diakonie
31
Verstöße gegen Arbeitsrechte
100
Kredite für NGOs und gemeinnützige Stiftungen
31
Pornografie
94
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
94
Glücksspiel
Verstöße gegen Umweltgesetze/ -zerstörung
88
Korruption/Bestechung
88
Die Verknüpfung von Zinssätzen mit der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen – sogenannte Sustainability-Linked Loans (SSLs) – sind unter den befragten Banken bislang wenig verbreitet. Nur 22 Prozent der Teilnehmenden bieten bereits entsprechende Produkte an. Bei weiteren 17 Prozent ist die Einführung von nachhaltigkeitsgebundenen Zinsinstrumenten geplant. Mehr als die Hälfte, 61 Prozent, beschäftigen sich derzeit mit solchen Krediten nicht.3
Sämtliche Waffen und Rüstungsgüter
81
Tabak
81
Tierversuche
81
Gentechnik
75
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 21 6 | NACHHALTIGES BANKWESEN
Bei den Kommentaren wurde insbesondere auf die Baufinanzierung hingewiesen. Vergünstigte Zinssätze werden beispielsweise an die Erreichung einer bestimmten Energieeffizienzklasse, die Nutzung von erneuerbaren Energien oder an ökologische Kriterien für Baumaterialien geknüpft. Auch Banken, bei denen es keine Zinsvergünstigungen gibt, bieten gelegentlich andere Nachhaltigkeitsprämien wie die Übernahme der Grundbucheintragungsgebühr an. Ebenfalls erwähnt wurden Förderkredite für Unternehmen, deren Zinssatz an die nachweisliche Reduktion von Treibhaugasen geknüpft ist. Bei den in den Kommentaren genannten Produkten lagen die Zinsprämien im Bereich zwischen 0,05 und 0,2 Prozent.
nach PCAF) und um die Beiträge zu den UN Sustainable Development Goals (SDGs). Angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen dürfte die systematische Erfassung von Nachhaltigkeitsauswirkungen künftig jedoch an Bedeutung gewinnen.
Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug
Zur Erweiterung des Blicks auf nachhaltige Geldanlagen wurden in diesem Jahr zum ersten Mal Daten zu Anleihen als eigenständiges Thema in den FNG-Marktbericht integriert. Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug – darunter Green Bonds, Social Bonds und Sustainability-Linked Bonds – haben sich in Deutschland und Österreich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Instrument der nachhaltigen Finanzwirtschaft entwickelt. Ihre zentrale Stärke liegt in der projektbezogenen Zweckbindung: Die eingeworbenen Mittel fließen direkt in sozial oder ökologisch nachhaltige Projekte, etwa den Ausbau erneuerbarer Energien, energieeffiziente Gebäude oder soziale Infrastrukturprojekte. Dies schafft Glaubwürdigkeit gegenüber Investor:innen und erlaubt emittierenden Finanzinstituten, ihre Nachhaltigkeitsstrategie greifbar und messbar zu machen.
Auffällig ist dabei vor allem die klare Dominanz rein ökologischer Messgrößen gegenüber sozialen und governancebezogenen Kriterien. Dies legt nahe, dass die Zinsgestaltung bislang primär auf Umweltkennzahlen ausgerichtet ist, während das „S“ und das „G“ des ESG-Ansatzes in der Kreditpraxis noch unterrepräsentiert sind. Ob dies auf die einfachere Messbarkeit ökologischer KPIs zurückzuführen ist oder auf eine bewusste strategische Priorisierung, bleibt offen – und dürfte mit zunehmender Reife der ESG-Datenlage künftig neu bewertet werden.
Grafik 6.3: Messen Sie die sozialen und ökologischen Auswirkungen Ihrer vergebenen Kredite? (in Prozent; n: 17)
Investor:innen
41
Ein Blick in die erfassten Daten auf der Investor:innenseite zeigt eine deutliche Präferenz für den Energiebereich, wie in Grafik 6.4 zu erkennen ist. An erster Stelle stehen erneuerbare Energien – 74 Prozent der Befragten gaben an, dass entsprechende Anleihen bereits Teil ihres Portfolios sind. Auf dem zweiten Platz folgt das Thema Energieeffizienz mit 64 Prozent.
41
Mit einem Anteil von jeweils knapp 50 Prozent sind die Sektoren Bau, nachhaltiger Verkehr und Wassermanagement in den Portfolios der Befragten vertreten. Anleihen mit Bezug zu Abfallmanagement (36 Prozent) und Landnutzung (31 Prozent) wurden in geringerem Umfang genannt.
18
Ja, wir nutzen eigene, intern entwickelte Ansätze. Ja, wir nutzen standardisierte Methoden.
Nein, derzeit messen wir die Auswirkungen nicht.
Qualitativen Zusatzangaben zufolge investieren die Befragten außerdem in Anleihen zu sozialen Themen, darunter Armuts- und Ungleichheitsbekämpfung, bezahlbarer Wohnraum, Gesundheit und Bildung,
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Auf die Frage, ob Banken die sozialen und ökologischen Auswirkungen ihrer vergebenen Kredite messen, zeigt sich ein geteiltes Bild. 41 Prozent der befragten Institute nutzen standardisierte Methoden, während 18 Prozent auf intern entwickelte Ansätze zurückgreifen. Demgegenüber verzichtet auch ein Anteil von 41 Prozent bislang vollständig auf eine entsprechende Messung der Kreditauswirkungen.4 Den Kommentaren der Teilnehmenden zufolge geht es
dabei häufig um die Berechnung von finanzierten Emissionen (z. B.
22 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 6 | NACHHALTIGES BANKWESEN
Für je rund 40 Prozent der Befragten spielen auch internationale Standards sowie externe Ratings und Verifizierungen eine entscheidende Rolle. Weniger häufig wurden eine Impact-Messung (24 Prozent), Greenwashing-Risiken (22 Prozent), die Konformität mit der Taxonomie-Verordnung (20 Prozent) sowie der Einbezug externer Expert:innen und Gremien (7 Prozent) als „sehr relevant” eingeschätzt.
Grafik 6.4: Welche Themen decken die nachhaltigkeitsbezogenen Anleihen in Ihrem Portfolio ab? (in Prozent; n: 42)
Erneuerbare Energien Energieeffizienz
74 64 48 45 45 36 31
Bausektor Nachhaltiger Verkehr
Dialog mit den Emittent:innen Ein Drittel (33 Prozent) der Befragten gab an, mit den Emittent:innen der Anleihen in Ihrem Portfolio zu kommunizieren (Engagement).5 Dabei stellen kontroverse Geschäftsbereiche / Ausschlusskriterien den wichtigsten Anlass dar und wurden von 80 Prozent der Teilnehmenden mit Engagement-Aktivität genannt (Grafik 6.6). Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass Ausschlusskriterien in den meisten Anlagerichtlinien bereits fest verankert sind, was den Dialog mit Emittent:innen erleichtert. Themen wie z.B. Biodiversität sind dagegen deutlich komplexer und entsprechend schwieriger durch Engagement zu adressieren.
Wassermanagement Abfallmanagement Landnutzung / Forst- / Landwirtschaft
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Der wichtigste Faktor bei der Auswahl der Anleihen sind die Bonität und finanziellen Kennzahlen der Emittent:innen – 71 Prozent der Befragten schätzen diesen als „sehr relevant“ ein (Grafik 6.5). Die ESG-Analyse der Emittent:innen und interne Nachhaltigkeitsrichtlinien wurden ebenfalls als wichtige Kriterien genannt und von jeweils über der Hälfte der Befragten als „sehr relevant“ eingestuft.
Mit 75 Prozent steht das Thema ESG-Strategie und -Governance der Emittent:innen an zweiter Stelle. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Investor:innen über Anleihen selbst hinaus auch die Nachhaltigkeitsqualifikationen der emittierenden Organisationen prüfen.
Grafik 6.5: Bewerten Sie die Relevanz folgender Kriterien bei der Auswahl von nachhaltigkeitsbezogenen Anleihen für Ihr Portfolio? (in Prozent; n: 46)
0 20 40 60 80 100
ESG-Analyse Emittent:innen Interne Nachhaltigkeitsrichtlinien oder Ausschlusskriterien Bonität/Finanzkennzahlen
Übereinstimmung mit internationalen Standards
Externe Expert:innen/Gremien Taxonomiekonformität Reputations- / Greenwashing-Risiko Impact-Messung/-Berichterstattung Externe Verifizierung/SPO Externe ESG-/Green-Bond-Ratings
sehr relevant eher relevant weniger relevant nicht relevant Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 23 6 | NACHHALTIGES BANKWESEN
Grafik 6.6: Welche Themenfelder deckt Ihr Engagement ab? (in Prozent; n: 20)
0 20 40 60 80
70 75 80
ESG-Strategie/-Governance Emittent:innen Kontroverse Geschäftsber./Ausschlüsse
Greenwashing-Risiken/Fehlkommunikation Taxonomie-/Standardkonformität Verwendung der Erlöse Impact-Reporting/Datentransparenz Biodiversität/naturbez. Risiken Klimaziele/Übergangspläne Soziale Themen
60
40 40
20 25 30
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Soziale Themen stellen mit 70 Prozent das dritthäufigste Thema beim Engagement zu Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug dar. Klima- und Transitionspläne werden bei den Engagement-Maßnahmen von 60 Prozent der Befragten thematisiert, Biodiversität und Natur sowie Impact-Reporting und Datentransparenz mit 40 Prozent. Auch hier sind Taxonomiekonformität und Greenwashing-Risiken deutlich weniger bedeutend.
Verweise Kapitel 6
1 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 119,5 Mrd. EUR zugrunde. 2 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 25,6 Mrd. EUR zugrunde. 3 N = 18 4 N = 17 5 N = 51 6 N = 6 7 N = 7
Emittent:innen
In der diesjährigen Befragung zum FNG-Marktbericht wurden die Emittent:innen dazu befragt, warum sie nachhaltige Anleihen begeben. Innerhalb der begrenzten Gruppe der Finanzinstitute, die diese Fragen beantwortet hat, waren sich alle Befragten einig, dass der Zugang zu neuen Investor:innenkreisen ein Hauptgrund für die Emission ist. Die überwiegende Mehrheit (83 Prozent) nannte außerdem den Beitrag zu Klima-, Umwelt- oder sozialen Zielen, eine steigende Investor:innennachfrage und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie als Hauptbeweggründe. Markttrends, Reputationsgewinn (jeweils 33 Prozent) und die Erfüllung regulatorischer Anforderungen (17 Prozent) sind dabei von nur wenigen Befragten als zentraler Beweggrund angegeben worden.6 Zu weiteren Emissionen von Anleihen sind die Prognosen der Teilnehmenden derzeit etwas verhalten. Etwas mehr als die Hälfte (57 Prozent) gaben an, künftig gleich viele Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug emittieren zu wollen, 14 Prozent der Befragten avisierten, mehr Anleihen begeben zu wollen, und weitere 14 Prozent gingen davon aus, den Umfang ihrer Emissionen künftig zu reduzieren.7
24 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
- Schwerpunktanalysen
7.1 Stabilität trotz Gegenwind
Nachhaltigkeitsrichtlinien: Überwiegende Mehrheit behält Ambitionsniveau bei oder steigert es.
Die Sustainable-Finance-Branche ist im Wandel. Während vor wenigen Jahren Nachhaltigkeit noch in aller Munde war, scheint dieses Thema jetzt eher in den Hintergrund gerückt zu sein. Manche berichten vom „ESG-Backlash“ – einer politischen oder gesellschaftlichen Kehrtwende, die diesem Thema jetzt im Weg stehe. Andere von einer Art „Katerstimmung“, die in der Branche herrsche. Nach der großen Feier der letzten Jahre sei man auf dem harten Boden der Realität angekommen. Aber was hat sich konkret geändert? Und welche Schlüsse können wir daraus für die Zukunft nachhaltiger Geldanalagen ziehen? Ein Blick in die Ergebnisse der diesjährigen Erhebung zeigt, dass mehr Resilienz und Kontinuität vorherrschen, als sich auf den ersten Blick erahnen lässt.
Die Rückmeldungen der Befragten zu möglichen Anpassungen ihrer Nachhaltigkeitsrichtlinien sind ermutigend. Insgesamt berichten 58 Prozent der Befragten von einer Anpassung ihrer Nachhaltigkeitsrichtlinien im Jahr 2025.1 Von denjenigen, die ihre Nachhaltigkeitsrichtlinien angepasst haben, gab rund ein Drittel der Befragten (38 Prozent) an, das Ambitionsniveau mindestens „moderat” erhöht zu haben (Grafik 7.12). 40 Prozent haben trotz Änderungen der Nachhaltigkeitsrichtlinie „keine wesentlichen Änderungen“ am Ambitionsniveau vorgenommen und nur 13 Prozent haben ihre nachhaltigen Ambitionen verringert.
Damit ergibt sich, dass insgesamt zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten keine Änderung am Ambitionsniveau ihrer Nachhaltigkeitsrichtlinie vorgenommen haben.2 23 Prozent haben mindestens
29 Prozent der Befragten haben ihr Produktangebot ergänzt.
Mit Blick auf die strategische Ausrichtung analysieren wir, inwieweit die befragten Organisationen ihre Nachhaltigkeitsstrategien und Produktangebote angepasst haben oder eine Anpassung planen – und ob dies mit einer Stärkung oder Abschwächung ihrer Nachhaltigkeitsambitionen einhergeht.
moderat erhöht, 8 Prozent haben das Ambitionsniveau moderat verringert. Ein kleiner Anteil konnte die Änderungen an der Nachhaltigkeitsrichtlinie mit Blick auf das Ambitionsniveau nicht beurteilen.Grafik 7.12: Falls ja: Wie schätzen Sie die voraussichtlichen Auswirkungen dieser Anpassungen auf das Ambitionsniveau der Richtlinien im Allgemeinen ein? (in Prozent; n: 45)
Mehr als zwei Drittel der Befragten (70 Prozent) nahmen 2025 keine Veränderungen an ihrem ESG-Produktangebot vor (Grafik 7.11). Knapp drei von zehn (29 Prozent) weiteten ihr Angebot im vergangenen Jahr hingegen aus – während lediglich 1 Prozent die Produktpalette reduzierte. Auch der Blick nach vorne zeichnet ein stabiles Bild: Keiner der 73 Antwortenden plant einen Rückbau des Angebots; 16 Prozent beabsichtigen sogar eine Erweiterung. Auf der Ebene des Produktangebots der Befragten deuten unsere Ergebnisse damit auf Stabilität trotz Gegenwind hin.
0 10 20 30 40 50
60
Deutliche Erhöhung des Ambitionsniveaus 2
36
Moderate Erhöhung des Ambitionsniveaus
40
Keine wesentliche Veränderung
Grafik 7.11: Hat Ihr Unternehmen im Jahr 2025 sein ESG-Produktangebot geändert? (in Prozent; n: 73)
Moderate Verringerung des Ambitionsniveaus 13
0 10 20 30 40 50
60
1 Ja, reduziert
Deutliche Verringerung des Ambitionsniveaus 0
29 Ja, ergänzt
Nicht beurteilbar / noch in Umsetzung 9
53 Nein und ist nicht geplant
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
16 Nein – aber wir planen zu ergänzen
Nein – aber wir planen zu reduzieren 0
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 25 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
Ein Blick in die betroffenen Bereiche dieser Anpassungen bietet weitere Erkenntnisse. Die Steigerung der Ambition im Bereich Transparenz und Berichterstattung ist am deutlichsten – knapp 40 Prozent berichten mindestens von einer „moderaten“ Erhöhung der Ambition in diesem Feld (Grafik 7.13). Ähnlich verhält es sich bei der Klimastrategie und beim Risikomanagement. Jeweils 34 Prozent und 30 Prozent sehen hier eine Steigerung des Ambitionsniveaus. Den größten Anteil ohne wesentliche Änderungen gab es mit 82 Prozent bei den Sorgfaltspflichten (Lieferkette und Menschenrechte) sowie mit 70 Prozent bei den naturbezogenen Zielen.
tigen Produkten weiterhin aus, nur sehr wenige reduzieren. Rund die Hälfte der befragten Organisationen hat ihre Nachhaltigkeitsrichtlinien im Jahr 2025 angepasst, die Mehrheit von ihnen mit mehr nachhaltigen Ambitionen im Visier, nicht mit weniger. Auch der Blick in die unterschiedlichen Geschäftsbereiche bietet Grund zu Optimismus, denn bei keiner der vorgegebenen Kategorien wird ein Netto-Ambitionsverlust antizipiert. Die Ergebnisse des FNGMarktberichts fallen in diesem Bereich damit positiver aus, als der öffentliche Diskurs es würde ahnen lassen.
7.2 Regulatorik
Bei der Kategorie Produkt- bzw. Portfolioausrichtung wurde von 14 Prozent der Befragten von einer Verringerung der Ambition berichtet. Keiner der Befragten berichtete von einer „deutlichen“ Verringerung des Ambitionsniveaus in den genannten Bereichen.
2025 war für die europäische Gesetzgebung zu nachhaltigem Finanzwesen und Unternehmensberichterstattung ein turbulentes Jahr. Die angekündigte Entlastung der Unternehmen durch Bürokratieabbau entpuppte sich als weitreichender Rückbau der EURegulierung zu Nachhaltigkeitsberichterstattung, mit potenziell negativen Folgen für die Finanzbranche.
Knapp die Hälfte der Befragten (42 Prozent) gab zusätzlich an, im nächsten Jahr weitere Änderungen der Nachhaltigkeitsrichtlinien vornehmen zu wollen.3
Im Anschluss wurden die Befragten gebeten einzuschätzen, wie stark die politische Debatte die Anpassung der Nachhaltigkeitsrichtlinien motiviert hat. Etwa zwei Drittel, 65 Prozent, betrachten den Einfluss dieses Faktors als „gering“ bis „gar nicht“ relevant für ihre Motivation. Knapp ein Viertel, 23 Prozent, gab dabei die Antwort „mittel/moderat“ an. Nur eine Handvoll der Organisationen, 12 Prozent, sah die politische Debatte dabei als einen „stark“ oder „sehr stark“ motivierenden Faktor.4
Im Februar leitete die EU-Kommission mit der Omnibus-Initiative die Verschiebung und Änderung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ein. Ende 2025 war der Gesetzgebungsprozess bereits abgeschlossen: Die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen wurde um rund 80 Prozent gesenkt. Gleichzeitig wurde das europäische Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (Corporate Sustainability Due Diligence Directive – CSDDD) deutlich abgeschwächt, mit einer etwa 70 prozentigen Verringerung der berichtspflichtigen Unternehmen und einer Abschaffung der verpflichtenden Klima Transitionspläne. Das FNG hat sich kritisch zu diesen Entwicklungen positioniert.5
Auch wenn sich aktuell viel auf dem Markt für nachhaltigen Geldanlagen ändert – nicht jede Änderung ist ein Rückschritt. Ein großer Anteil der Produktanbieter:innen baut sein Angebot an nachhalGrafik 7.13: Falls ja: Wie schätzen Sie die voraussichtlichen Auswirkungen dieser Anpassungen auf das Ambitionsniveau folgender Bereiche ein? (in Prozent; n: 45) 0 20 40 60 80 100 Transparenz und Berichterstattung
Klimastrategie
Produkt- bzw. Portfolioausrichtung
Risikomanagement / Wesentlichkeitsanalyse
Governance / interne Steuerungsmechanismen
Engagement und Stimmrechtsausübung
Naturbezogene Ziele
Due Diligence – Lieferkette und Menschenrechte
Nicht beurteilbar / noch in Umsetzung Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Deutliche Erhöhung Moderate Erhöhung Keine wesentliche Veränderung Moderate Verringerung
26 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
Knapp die Hälfte erwartet positive Impulse bei der Überarbeitung der OffVO.
Zum Jahresende folgten die Überarbeitung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) mit einer deutlichen Reduktion der Datenpunkte sowie der Vorschlag der EU-Kommission zur Anpassung der OffVO mit drei neuen Fondskategorien.
Dagegen fällt die durchschnittliche Bewertung zur Überarbeitung der OffVO eindeutig positiver aus. Knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) glaubt, dass sie positive Impulse für den Markt setzen wird – nur 18 Prozent sind nicht dieser Ansicht (Grafik 7.22). Dabei werden vor allem Klarheit durch die möglichen neuen Produktkategorien und eine Vereinfachung der Berichterstattung erwartet. Kritische Stimmen sehen z. T. die Gefahr einer Aufweichung von Nachhaltigkeitskriterien.
CSRD und die Frage der Datenqualität
Eine mögliche Gefahr für das nachhaltige Finanzwesen besteht darin, dass sich die ESG-Datenlage durch die Reform der CSRD verschlechtern könnte bzw. sich in den nächsten Jahren nicht wie erwartet verbessert. Mit weniger Einblicken in die Aktivitäten der investierten Unternehmen, und vor allem in deren Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen, können Finanzinstitute weniger fundierte Analysen durchführen, um Finanzströme in glaubhaft nachhaltige Aktivitäten zu lenken.
Grafik 7.22: Glauben Sie, dass die Überarbeitung der OffVO positive Impulse im Markt setzen wird? (in Prozent; n: 72)
36 46
Grafik 7.21: Erwarten Sie, dass sich die Qualität der von Ihnen genutzten Daten durch die Änderung der CSRD verschlechtert? (in Prozent; n: 69)
36
25
18
Ja Nein Kann ich nicht beurteilen
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
39
Ja Nein Kann ich nicht beurteilen
Darüber hinaus wurden die Befragten gebeten, die Auswirkungen der neuen Produktkategorien auf die Retail-Kund:innen zu beurteilen. Konkret ging es um die Stellungnahme zu drei Aussagen – die Einführung der neuen Produktkategorien wird:
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Wie in den öffentlichen Debatten geht das Meinungsbild bei der diesjährigen Umfrage zum Marktbericht auseinander. Etwas mehr als ein Viertel (25 Prozent) der Befragten gab an, eine Verschlechterung der von ihnen genutzten Daten durch die Änderungen der CSRD zu erwarten (Grafik 7.21). Dagegen geht der größte Anteil (39 Prozent) von keiner Verschlechterung aus. In den Kommentaren wurde zum Teil direkt darauf Bezug genommen: Auch wenn keine Verschlechterung der Datenqualität zu erwarten sei, gehe man davon aus, dass die erhoffte Verbesserung ausbleiben würde. Andere rechnen zwar nicht mit einer Verschlechterung der Datenqualität, aber dafür mit deutlichen Einbußen bei der Datenquantität. Rund ein Drittel (36 Prozent) gab an, die Lage (noch) nicht beurteilen zu können.
-
zu einer Erhöhung des Vertrauens,
-
zu einer Erleichterung des Vergleichs und/oder
-
zu einer Erleichterung des Verständnisses führen.
Am meisten Zuspruch kann die Kategorie Verständnis verzeichnen, wo die Hälfte der Befragten (50 Prozent) der Aussage mindestens „eher“ zustimmten (Grafik 7.23). 37 Prozent würden dagegen der Aussage zur Erleichterung des Vergleichs mindestens „eher“ zustimmen. Bei der Erhöhung des Vertrauens lag dieser Wert bei lediglich 27 Prozent. Dabei gab es generell sehr wenige Befragte, die eine der Aussagen voll zustimmten oder sie komplett ablehnten. Dies liegt sicherlich am Stand des Gesetzgebungsprozesses zum Befragungszeitpunkt: Anfang 2026 lagen nur der Kommissionvorschlag zur Überarbeitung der Verordnung vor, Positionierungen von Rat und Parlament standen noch aus, ebenso wie die wichtigen technischen Regulierungsstandards (Level-2-Gesetzgebung), die viele Detailfragen adressieren werden.
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 27 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
ESMA-Leitlinien zu Fondsnamen
Grafik 7.23: Wenn diese Produktkategorien eingeführt werden: Inwieweit stimmen Sie folgenden Aussagen bezogen auf RetailKund:innen zu? (in Prozent; n: 70)
Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat im August 2024 Leitlinien für Fonds verabschiedet, die nachhaltigkeitsbezogene Begriffe in ihren Fondsnamen verwenden. Damit gibt es erstmalig Regelungen zur Bezeichnung von Fonds, die in ihrem Namen Hinweise auf nachhaltige Anlagestrategien geben wollen. Im Erfassungszeitraum des diesjährigen Marktberichts mussten die Fonds erstmalig konform sein. Daher wurden die Berichtsteilnehmenden befragt, inwiefern sie eine Anpassung des Fondsnamens oder der Anlagestrategien des jeweiligen Fonds vorgenommen hätten.
0 20 40 60 80 100
Erhöhen das Vertrauen
Erleichtern den Vergleich
Erleichtern das Verständnis
Grafik 7.25: Welche Maßnahmen hat Ihr Unternehmen als Reaktion auf die ESMA-Leitlinien zu Fondsnamen mit ESG- oder Nachhaltigkeitsbezug ergriffen? (Prozent der erfassten Vermögenswertes)6
Stimme voll zu Stimme eher zu Unentschieden Stimme eher nicht zu Stimme überhaupt nicht zu Kann ich nicht beurteilen
9
1
2 20
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Gefragt nach ihrer Einschätzung zum Nachfrageeffekt der jeweiligen neuen Produktkategorien, sahen die Befragten am meisten Potenzial bei der Kategorie „Nachhaltigkeit“ (Grafik 7.24). 40 Prozent erwarten eine Steigerung der Nachfrage nach Fonds in dieser Kategorie im Vergleich zu nicht gelabelten Fonds. Für die Kategorie „Übergang“ fielen die Ergebnisse mit 22 Prozent etwas geringer aus. Von allen drei vorgesehenen Labels wird bei der Kategorie „ESG-Grundlagen“ am wenigsten erwartet; nur 17 Prozent der Befragten rechnen mit einer Steigerung der Nachfrage nach den entsprechend eingeordneten Fonds.
59
10
Keine Änderung Namensänderung
Portfolioanpassungen Einstellung von Fonds / Produktneustrukturierung Sonstige Maßnahmen
Anpassung der Anlagestrategie oder Anlagepolitik
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Grafik 7.24: Wie würde sich Ihrer Einschätzung nach die Nachfrage von Retail-Anlegern nach Fonds/Produkten verändern, wenn Produkte mit den folgenden Kategorien gelabelt werden? (in Prozent; n: 66)
59 Prozent berichteten, dass sie eine Anpassung der Anlagestrategie oder Anlagepolitik vorgenommen hätten (Grafik 7.25). 20 Prozent dagegen haben keine Veränderung vorgenommen und 10 Prozent den Fondsnamen angepasst. Der große Anteil an Produktanbieter:innen, die eine Anpassung der Anlagestrategie vorgenommen haben, lässt darauf schließen, wie wichtig nachhaltige Fonds trotz aller aktuellen geopolitischen Herausforderungen sind. Im öffentlichen Diskurs wurden Zahlen zu Umbenennungen von Produkten zum Teil als Beleg für vorheriges Greenwashing gesehen. Diese Schlussfolgerung greift jedoch zu kurz: Die ESMA-Leitlinien führen erstmals europaweit einheitliche Anforderungen wie eine 80-Prozent-Investitionsschwelle und neue Ausschlusskriterien ein, die in dieser Form zuvor nicht existierten. Eine Namensänderung kann daher nicht als Beleg für vorheriges Greenwashing gesehen werden.
0 20 40 60 80 100
Kategorie „ESG-Grundlagen“
Kategorie „Übergang“
Kategorie „Nachhaltigkeit“
stark steigen eher steigen unverändert eher sinken stark sinken Kann ich nicht beurteilen
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
28 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
7.3 Bewertung und Engagement
Deutlich weniger häufig wurde von der Bewertung anhand von SDG-Beiträgen (37 Prozent), ESG-bezogenen Risiken (34 Prozent) oder sozialen und ökologischen Auswirkungen berichtet (30 Prozent). In Bezug auf die Messung von ESG-bezogenen Risiken berichteten die Teilnehmenden sowohl von der Unterstützung durch ESG-Datenanbieter:innen und externe Scores als auch von selbst entwickelten Risikobewertungstools. Zur Messung sozialer und ökologischer Auswirkungen stützen sich die Teilnehmenden überwiegend auf die PAI-Indikatoren. Nur ein sehr kleiner Anteil der Befragten (7 Prozent) gab an, die Leistung der Portfoliounternehmen in dieser Hinsicht nicht zu messen.
Nachhaltige Geldanlagen sind alle Arten von Investitionen, die einen sozialen, ökologischen oder ethischen Anspruch beinhalten, der über rein finanzielle Faktoren hinausgeht. Je nach Überzeugungen und Präferenzen der Investor:innen können diese nichtfinanziellen Ansprüche sehr unterschiedlich ausfallen und im Investitionsprozess unterschiedlich gewichtet werden. Dabei spielt das Bewerten und Vergleichen der Portfoliounternehmen eine wesentliche Rolle, das anhand von selbst definierten oder vom Auftraggeber vorgegebenen Kriterien erfolgt. So können Investor:innen beispielsweise analysieren, welche Unternehmen in einem bestimmten Sektor den größten Fortschritt bei der Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen nachweisen. Im sozialen Bereich kann analysiert werden, welche Unternehmen aufgrund von Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette auffällig geworden sind. Aufbauend auf diesen Analysen werden fundierte Investitionsentscheidungen getroffen und im besten Fall Finanzströme in nachhaltige Aktivitäten gelenkt.
Engagement
Zusätzlich zur bewussten Portfolioauswahl können Investor:innen durch Engagement auf eine reale Verbesserung der sozialen und umweltbezogenen Auswirkungen der Zielunternehmen einwirken. In der Praxis geschieht diese Einflussnahme häufig über zwei Kanäle:
- über den aktiven und langfristigen Austausch mit einem Zielunternehmen (hier „Engagement“) und 2) durch die Ausübung von Stimm- und anderen Rechten auf Hauptversammlungen (hier „Stimmrechtsausübung“).
Bewertung und Vergleich von Portfoliounternehmen
Um das Spektrum an Bewertungsmethoden zu erfassen, haben wir die Teilnehmenden nach ihrer Herangehensweise gefragt (Grafik 7.31). Der am häufigsten angewandte Ansatz zur Messung der sozialen und ökologischen Leistung von Portfoliounternehmen unter den Befragten ist die Nutzung von aggregierten ESG-Ratings (72 Prozent). Ein hoher Anteil der Befragten (68 Prozent) gab dazu an, die Veränderung konkreter sozialer und ökologischer Indikatoren zu messen. Laut den Kommentaren der Befragten handelt es sich in den meisten Fällen um die Messung des CO₂-Fußabdrucks. Die Anwendung von Daten aus der PAI-Berichterstattung wurde ebenfalls erwähnt.
Mit dem diesjährigen Marktbericht geben wir wieder Einblicke in die Engagement-Ansätze und -Prioritäten der deutschen und österreichischen Finanzindustrie. Wie in Kapitel 3 und 4 dargelegt, wird bei mehr als der Hälfte der erfassten nachhaltigen Geldanlagen Engagement-Aktivitäten betrieben (80 Prozent in Deutschland und 57 Prozent in Österreich). Bei knapp der Hälfte (45 Prozent) der Befragten stehen klar definierte Engagement-Ziele dahinter, die auf eine soziale oder ökologische Verbesserung ihrer Portfoliounternehmen abzielen.7 Den Angaben zu Folge orientieren sich viele der
Investor:innen dabei an extern definierten CO2-Reduktionszielen wie im Pariser Klimaabkommen oder von der NZAM-Initiative (Net Zero Asset Managers) definiert. Bei einigen anderen steht die Reduktion der ESG-Risikoexposition im Vordergrund. Grafik 7.31: Wie messen Sie die soziale/ökologische Leistung von Portfoliounternehmen? (in Prozent; n: 72)
Grafik 7.32: Wie messen Sie die Wirkung Ihres Engagements? (in Prozent; n: 55)
72
Wir nutzen aggregierte ESG-Ratings
68
69 Wir dokumentieren den Verlauf unseres Engagements
Wir messen Veränderungen konkreter sozialer/ökologischer Indikatoren
37
35 Wir messen den Grad der Zielerreichung unseres Engagements
Wir messen SDG-Beiträge
34
25 Wir messen die Wirkung unserer Engagement-Aktivitäten
Wir messen die ESG-bezogenen Risiken von Portfoliounternehmen anhand konkreter sozialer/ökologischer Indikatoren
30
Wir messen spezifische soziale/ökologische Auswirkungen
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
7
Gar nicht
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 29 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
Was das interne Tracking und die Messung des Engagements betrifft, gibt es unter den Teilnehmenden unterschiedliche Ansätze. Die Mehrheit der Teilnehmenden, 69 Prozent, berichtet davon, den Verlauf ihres Engagements zu dokumentieren (Grafik 7.32). Etwa ein Drittel der Befragten (35 Prozent) misst den Grad der Zielerreichung. Hierzu werden selbst entwickelte Tools genutzt, mit denen beispielsweise der Fortschritt in Bezug auf Klima- oder Biodiversitätsstrategien nachverfolgt werden kann. Die Themen CO2-Budgetierung und ESGBewertung wurden in diesem Kontext ebenfalls explizit erwähnt; das Gleiche gilt auch für die Messung des SDG-Beitrags. Andere Investor:innen lagern die Messung der Engagement-Zielerreichung an externe Dienstleister:innen aus.
Zusammenarbeit in der Branche spielt dabei eine wesentliche Rolle. Als niedrigschwelliges Format entscheiden sich Unternehmen am häufigsten für die Teilnahme an kollaborativen Engagement-Initiativen (66 Prozent) wie zum Beispiel solchen, die durch Shareholders for Change oder CDP koordiniert werden (Grafik 7.34). Einige Firmen berichten darüber hinaus von Zusammenarbeit mit externen Dienstleister:innen oder von der Vertretung ihrer Rechte durch Proxy-Voting.
Grafik 7.34: Geben Sie die im Jahr 2025 von Ihnen durchgeführten Engagement-Maßnahmen und -Initiativen an (in Prozent; n: 50)
Bei den thematischen Schwerpunkten des Engagements sind Umweltkontroversen / Umweltzerstörung, Beschäftigungsbedingungen sowie Menschenrechte die Spitzenreiter: Jeweils mehr als 50 Prozent stuften diese Themen als wichtig ein (Grafik 7.33). Mit jeweils über 40 Prozent folgen die Themen Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen sowie Unternehmensführung.
66
Teilnahme an kollektiven Engagement-Initiativen
50
Veröffentlichung der Engagement-Schwerpunkte und -Ergebnisse
38
Individuelles Engagement und Arbeitsgruppen mit dem Unternehmen
Themen zum Management und zur Berichterstattung von ESG-Risiken fallen bei unter 40 Prozent für die Befragten insgesamt weniger bedeutend aus. Das Lieferkettenmanagement wird zwar weniger stark priorisiert als andere Themen, jedoch stuft mit insgesamt 71 Prozent die große Mehrheit der Befragten es als „wichtig“ oder „eher wichtig“ ein.
34
Einzelgespräche mit der Unternehmensführung
32
Vollständige oder teilweise Desinvestition
26
Sonstige Engagement-Maßnahmen
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Grafik 7.33: Welche Bedeutung haben die folgenden Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen für Ihr Engagement? (in Prozent; n: 55) 0 20 40 60 80 100
Menschenrechte Umweltkontroversen/Umweltzerstörung
Unternehmensethik Unternehmensführung Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen Beschäftigungsbedingungen
Lieferkettenmanagement Nachhaltigkeitsmanagement und -berichterstattung Risikomanagement und -berichterstattung im Zusammenhang mit dem Klimawandel
wichtig eher wichtig eher unwichtig unwichtig
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
30 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
7.4 Impact Investing
Das individuelle Engagement mit Unternehmen und die Teilnahme an Arbeitsgruppen fallen gegenüber kollektiven Initiativen mit 38 Prozent deutlich moderater aus. Die Einbindung der Unternehmensführung in Einzelgespräche zeichnet sich als der am wenigsten populäre Engagement-Ansatz unter den Befragten ab (34 Prozent). Die niedrigere Prävalenz von 1:1-Engagements dürfte den erhöhten Aufwand widerspiegeln, der mit diesem Ansatz verbunden ist und ihn für bestimmte Arten von Asset Managern weniger praktikabel macht. Rund 32 Prozent der Befragten gaben an, bei Verstößen gegen bestimmte Kriterien eine weitere Eskalation bis hin zu einer teilweisen oder vollständigen Desinvestition aus einzelnen Portfoliounternehmen vorzunehmen.
Bei Impact Investments handelt es sich um Investitionen, die nicht nur eine finanzielle Rendite erwirtschaften, sondern auch einen positiven Beitrag zur Lösung von ökologischen und/oder sozialen Problemen leisten. Die FNG-Arbeitsgruppe „Impact“ hat 2021 eine eigene Definition erarbeitet, um angesichts fehlender regulatorischer Vorgaben und Standardisierung Orientierung zu schaffen und Greenwashing bzw. Impactwashing vorzubeugen.
Die Definition basiert auf fünf Säulen:
-
Intentionalität: Mit dem Investment wird beabsichtigt, zu einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen.StimmrechtsausübungWas die Ausübung von Stimmrechten auf der Hauptversammlung betrifft, sieht man einen leicht abnehmenden Trend verglichen mit dem Vorjahr. Während dieser Ansatz 2024 in Deutschland noch bei 74 Prozent der berichteten Anlagewerte lag, ist dieser Wert 2025 auf 58 Prozent gesunken (siehe Kapitel 3, Grafik 3.3). In Österreich ist die Anwendung ebenfalls leicht gesunken, von 26 Prozent im Jahr 2024 auf 23 Prozent im Jahr 2025 (siehe Kapitel 4, Grafik 4.3). Was die Entwicklung in Deutschland betrifft, kann zumindest ein Teil des Rückgangs der unterschiedlichen Zusammensetzung der Umfrage-Teilnehmenden zugeordnet werden, dennoch dürfte diese Entwicklung zumindest ein Hinweis darauf sein, dass diese Kategorie von Engagement aktuell an Popularität verliert.
-
Zusätzlichkeit: Der positive Beitrag des Investments – zum Beispiel zu den SDGs oder zur EU-Taxonomie – soll signifikant sein und glaubhaft dargelegt werden. Mögliche negative Beiträge sind hierbei auch zu berücksichtigen.
-
Wirkungskanäle: Die (direkten oder indirekten) Wirkungskanäle des Investments sollen erläutert werden.
-
Messbarkeit: Der positive Beitrag muss anhand messbarer Kriterien – zum Beispiel SDGs, EU-Taxonomie oder Governance Kriterien – dargelegt werden.
-
Transparenz: Über den positiven Beitrag muss transparent berichtet werden.
Grafik 7.35: Haben Sie klar definierte Stimmrechtsziele, die auf soziale/ökologische Verbesserungen bei den investierten Unternehmen abzielen?(Prozent der Befragten, die ihre Stimmenrechte ausüben; n:27)
Die Teilnehmenden wurden auch in diesem Jahr zu den wahrgenommenen Hindernissen im Bereich Impact Investing befragt (siehe Grafik 7.41). Strukturelle Defizite wie fehlende Marktstandards und regulatorische Unklarheit bleiben die größten Herausforderungen. Nahezu unverändert bleiben die Angaben zu fehlenden Daten, zur Sorge um Impactwashing oder Greenwashing sowie zu messungsbezogenen Aspekten als relevante Hindernisse.
59
Die aktuelle Überarbeitung der OffVO bietet die Chance auf regulatorische Fortschritte (siehe Kapitel 7.2): In ihrem Entwurf schlägt die EU-Kommission erstmals vor, Impact Investing regulatorisch zu verankern und den Begriff „Impact“ an nachweisbare Wirkungsziele und spezifische Reportingpflichten zu knüpfen. Wenngleich der Entwurf noch Verbesserungspotenzial aufweist, begrüßt das FNG die Anerkennung von Impact Investing in der EU-Regulatorik.9
41
Ja Nein
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Knapp 60 Prozent derjenigen, die Ihre Stimmenrechte ausüben, geben an, klar definierte Stimmrechtsziele zu haben, die auf soziale oder ökologische Verbesserungen bei den investierten Unternehmen abzielen (Grafik 7.35). Nur 19 Prozent verfügen über ein Monitoringsystem, das die Auswirkungen der Stimmrechtsaktivitäten verfolgt und die Erreichung der Ziele misst.8
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 31 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
Grafik 7.41: Wie schätzen Sie die Relevanz der folgenden Hindernisse für die Umsetzung des Themas Impact ein? (in Prozent: n: 74)
0 20 40 60 80 100
Fehlende regulatorische Klarheit Fehlender Marktstandard und mangelnde Vergleichbarkeit
Fehlende Daten und eingeschränkte Messbarkeit
Fehlender einheitlich anerkannter Reportingstandard Fehlende Definition von „Impact“ auf Produktebene
Fehlende Profitabilität Eingeschränktes Investmentuniversum Fehlende Nachfrage Sorge um Impactwashing / Greenwashing
Risikoaversion in Bezug auf Impact Investments
wichtig eher wichtig eher unwichtig unwichtig
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Die Nachfrage institutioneller Investor:innen und
51 Prozent der Befragten sehen die fehlende Nachfrage als ein mindestens „eher wichtiges“ Hindernis; hier ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert (43 Prozent) zu beobachten. Im Kontext könnte die Wahrnehmung von fehlender Profitabilität eine Rolle spielen, die von 55 Prozent als „wichtig” oder „eher wichtig” eingeschätzt wird. Die Wahrnehmung, dass Impact und attraktive Renditen schwer zu vereinbaren sind, stellt Impact Investing – und nachhaltige Geldanlagen im Allgemeinen – aktuell vor eine Herausforderung. Gründe hierfür sind hohe Renditeerwartungen in den Bereichen fossile Energien und Rüstung.
regulatorische Rahmenbedingungen sind weiterhin wichtigste Treiber für die Nachfrage an Nachhaltige Geldanlagen.
Bei der Frage zu den wichtigsten Treibern für die Nachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen in den nächsten drei Jahren haben sich zwei Faktoren bei den Teilnehmenden klar herauskristallisiert. Auf dem ersten Platz steht die Nachfrage von institutionellen Investor:innen, die knapp 95 Prozent aller Teilnehmenden als mindestens „eher wichtig“ (59 Prozent sogar als „sehr wichtig“) erachten (Grafik 7.51). Dieses Jahr zwar nicht mehr an erster, sondern an zweiter Stelle wurden Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen und ESG-Berichtspflichten angegeben. 84 Prozent der Befragten schätzen dieses Thema als mindestens „eher wichtig“ ein, 56 Prozent sogar als „sehr wichtig“.
Die Weiterentwicklung von Impact Investments erfordert den fortlaufenden Austausch zwischen Politik, Finanzmarkt und Wissenschaft mit dem Ziel, praxisnahe und verlässliche Rahmenbedingungen zu etablieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bleibt abzuwarten, ob Impact Investing durch die geplante Anerkennung im Rahmen der EU-Regulatorik einen positiven Impuls erfahren wird.
Die Faktoren Marketing/Reputation, Standards und Siegel, Wesentlichkeit und Nutzung KI-basierter Modelle zur ESG-Datenverarbeitung wurden von jeweils 60 Prozent bis 70 Prozent der Befragten als mindestens „eher relevant“ eingestuft. Lediglich internationale Initiativen und Druck von außen (NGOs, Medien, Gewerkschaften) wurden in weniger als der Hälfte der Fälle als relevante Treiber für die kommenden drei Jahre befunden.
7.5 Trends und Perspektiven
Zum Abschluss der Umfrage gaben die Teilnehmenden ihre Einschätzung zu den künftigen Entwicklungen ab. Ziel war es, ein umfassendes Stimmungsbild der nachhaltigen Finanzindustrie in Deutschland und Österreich zu gewinnen und zugleich zentrale Erwartungen an die weitere Marktentwicklung zu erfassen. Im Fokus standen daher die erwartete Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen, wesentliche Wachstumstreiber sowie potenzielle Hemmnisse.
Ein Blick in die Kommentare bietet eine hilfreiche Einordnung der Ergebnisse. Einige Befragte erwähnten explizit den Wunsch nach einer stärkeren Nachfrage institutioneller Investor:innen nach „echten“, d. h. glaubwürdig nachhaltigen Produkten. Noch häufiger wurde der Wunsch geäußert, dass regulatorische Rahmenbedingungen für mehr Klarheit und Planungssicherheit sorgten und
32 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
Grafik 7.51: Welche Schlüsselfaktoren/Treiber sehen Sie für die Nachfrage im Bereich nachhaltiger Geldanlagen in den nächsten drei Jahren? (in Prozent: n: 75)
0 20 40 60 80 100
Internationale Initiativen Die Nutzung KI-basierter Modelle zur ESG-Datenverarbeitung Wesentlichkeit Standards und Siegel Marketing/Reputation Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen und ESG-Berichtspflichten Nachfrage von institutionellen Investor:innen
Druck von Außen (NGOs, Medien, Gewerkschaften etc.)
sehr wichtig eher wichtig eher unwichtig sehr unwichtig
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Grafik 7.52: Wie schätzen Sie die Relevanz der folgenden Hemmnisse für die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen ein? (in Prozent; n: 75)
0 20 40 60 80 100
Geopolitische Spannungen Fehlende Harmonisierung der Regulatorik
Politische Mehrheitenveränderung (nat. & internat.) Fehlende universell anerkannte Standards
Kapitalmarktrisiken Greenwashing-Debatte Mangelnde Datenverfügbarkeit
sehr wichtig eher wichtig eher unwichtig sehr unwichtig
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
zugleich den Aufwand zur Erfüllung der Auflagen reduzierten. Mit dem Wunsch nach weniger Aufwand ist allerdings nicht jene überstürzte Art des Bürokratieabbaus gemeint, der einer unreflektierten Abschaffung aller Umwelt- und Sozialgesetze gleichkommt. Sehr häufig äußerten die Befragten sogar ihre Sorgen zu Ambitionsverlust, Rückbau oder Verwässerung der nachhaltigen Regulatorik und ihrer Standards. Eine Vereinfachung ist also keineswegs mit einem Abbau der Gesetze oder der Ambition gleichzusetzen. Was die Hindernisse für die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen betrifft, ist eine deutliche Veränderung bei den Angaben zur
mangelnden Datenverfügbarkeit zu erkennen (Grafik 7.52). Der Vorjahreswert von 91 Prozent (mindestens „eher wichtig“) ist auf 73 Prozent gesunken. Eine zweistellige Veränderung gab es sonst nur noch beim Hemmnis der Greenwashing-Debatte. Hier sank der Wert von 81 Prozent auf 68 Prozent (mindestens „eher wichtig“). Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass diese beiden Aspekte zukünftig unbedeutend werden. Fehlende Datenverfügbarkeit und Greenwashing gehören laut den Kommentaren weiterhin zu den am häufigsten erwähnten Hemmnissen der Befragten. Im Rahmen der Greenwashing-Debatte wird in den Kommentaren der Befragten vor allem die Aufweichung der Nachhaltigkeitskriterien
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 33 7 | SCHWERPUNKTANALYSEN
Grafik 7.53: Welches Wachstum von nachhaltigen Geldanlagen erwarten Sie 2026? (in Prozent; n: 73)
0 Wachstum über +20%
1 Wachstum +11% bis +20%
36 Wachstum bis zu +10%
53 Stagnation
8 Rückgang bis zu -10%
1 Rückgang über -10%
Daten: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen
Verweise Kapitel 7 1 N = 74 2 N = 74 3 N = 69 4 N = 43
bemängelt, die eine Einstufung von kontroversen Industrien wie Rüstung oder Atomenergie als „nachhaltig“ erlaubt. Dabei werde die Integrität der nachhaltigen Geldanlagen untergraben und die Identifikation glaubhaft nachhaltiger Investments erschwert.
Bei den Prognosen zum Wachstum der nachhaltigen Geldanlagen bleiben die Befragten verhalten positiv (Grafik 7.53). Trotz der turbulenten regulatorischen und geopolitischen Lage gehen 36 Prozent der Teilnehmenden von einem Wachstum von bis zu 10 Prozent in den nächsten Jahren aus. Dagegen avisieren etwa 10 Prozent der Teilnehmenden einen Rückgang. Über die Hälfte der Befragten, 53 Prozent, geht von einer Stagnation aus.
5 FNG-Pressemitteilung vom Februar 2025: FNG fordert die EU auf, Kurs zu halten: Omnibus-Initiative darf Europas Nachhaltigkeitsagenda nicht gefährden. 6 Diesen Daten liegen Angaben in Höhe von 105,9 Mrd. EUR zugrunde. 7 N = 67 8 N = 27
9 Vgl. AIR und Universität Hamburg: Positionspapier zu Impact Investing im Rahmen der SFDR 2.0. Hamburg. 2026.
Damit zeigt sich auch hier die Stabilität im Gegenwind. Eine offene Frage bleibt, wann sich der politische und gesellschaftliche Diskurs zur Nachhaltigkeit wieder dreht und aus dem Gegenwind ein Rückenwind wird. Mit der Überarbeitung der OffVO hat die EU die Möglichkeit, den Wind innerhalb der Sustainable-Finance-Branche zu drehen: Wenn sie hier Produktkategorien schafft, die vom Markt angenommen werden, könnte auch dies die Nachfrage stärken und zu einem Treiber nachhaltiger Geldanlagen werden.
34 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 FNG‑Nachhaltigkeitsprofile – Übersicht und Klarheit auf einen Blick.
Einzige Vergleichsplattform im deutschsprachigen Raum mit detaillierten Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie
Von Vermögensverwaltungen, Finanzberater:innen und Privatanleger:innen genutzt
Plattform zur Präsentation nachhaltiger Fonds und ETFs in einer standardisierten Übersicht
Zahlreiche Informationen zu Nachhaltigkeitsansatz, Ausschlüssen, Engagement & Impact
Datenbank mit detaillierten Nachhaltigkeitsprofilen
Mindestanforderung für das FNG-Siegel Transparenznachweis für das Österreichische Umweltzeichen
Kontinuierliche Anpassung an aktuelle Entwicklung und die Regulatorik
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Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 35 EINBLICKE
F.I.R.S.T.
SFDR 2.0 kommt – keine Notwendigkeit mehr für freiwillige Nachhaltigkeitssiegel für Finanzprodukte?
Am 6. April 2026 endete die Konsultation zur Überarbeitung der SFDR. Der Entwurf zur „SFDR 2.0“ adressiert zentrale Schwächen der bisherigen Verordnung. Insbesondere sieht er künftig drei Nachhaltigkeitskategorien für Finanzprodukte vor und beschreibt diesbezügliche Mindestanforderungen, mit Fokus auf Transparenz. Ziel ist es, Investoren mit unterschiedlichen Nachhaltigkeitspräferenzen eine erste Orientierung zu ermöglichen.
Sollte der Entwurf umgesetzt werden, schafft die SFDR 2.0 regulatorische Mindestanforderungen und die Basis für den Vergleich von Finanzprodukten. Eine qualitative Differenzierung darüber hinaus nimmt sie nicht vor. So definiert sie zum Beispiel keine „Best Practices“. Nachhaltigkeit bleibt im Entwurf darum in zentralen Dimensionen interpretations- und präferenzabhängig – etwa bei Ausschlusskriterien, Positivansätzen oder der Bewertung von Transformationsstrategien. Diese Aspekte erfordern eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Qualität nachhaltiger Finanzprodukte – eine Aufgabe, die Nachhaltigkeitslabel wie die FNG-Siegel leisten können. Bemerkenswert dabei ist: Auch der SFDR-Entwurf kommt zur gleichen Schlussfolgerung, da ausdrücklich auf die Relevanz von freiwilligen Nachhaltigkeitssiegeln hingewiesen wird, die über die Mindeststandards der drei Produktkategorien hinausgehen sollen: “Freiwillige Systeme für Nachhaltigkeitskennzeichnungen für Finanzprodukte, deren Merkmale die in den Artikeln 7, 8 und 9 genannten Merkmale in Bezug auf festgelegte Ziele, Investitionsansätze, Governance oder Transparenzanforderungen übertreffen, bleiben von dieser Verordnung unberührt.” (Art. 17(2)).
Im Markt wird daraus jedoch teilweise geschlossen, freiwillige Nachhaltigkeitssiegel würden dadurch entbehrlich. Diese Lesart greift zu kurz und könnte das Grundanliegen der SFDR 2.0 – mehr Klarheit für Investoren – konterkarieren.
Kritische Stimmen weisen bereits auf zentrale Defizite der Klassifizierungspläne hin. So schreiben mehr als 130 Unterzeichner in einem offenen Brief an die EU, dass bei der Kategorie „ESG basics“ ein großes Greenwashing Risiko besteht.1 Dies erscheint aufgrund der erwarteten Qualifizierungen nach dieser Kategorie besonders besorgniserregend. So geht eine erste Schätzung davon aus, dass rund 2/3 der existierenden ESG Fonds in diese Kategorie fallen werden.2
Grafik: Die Methodik der FNG-Siegel
Mindeststandard („Pflicht“)
Stufenmodell („Kür“)
PRODUKT-GOVERNANCE • Nachhaltigkeitsrichtlinien • Komitee/Ausschuss • Nachhaltigkeitsbezogene Vergütung
MINDESTAUSSCHLÜSSE • Ausschlüsse Unternehmen • Ausschlüsse Staaten
ZIELSETZUNG UND TRANSPARENZ • Werteorientierung • Management von ESG-Chancen und -Risiken • Transition-Investments • nachhaltige Investments • FNG-Nachhaltigkeitsprofil
PRODUKT-STANDARDS • Researchqualität • Reporting • Nachhaltigkeitskennzahlen
TITELSELEKTION
• Negativselektion (über Mindestausschlüsse hinaus) • Positivselektion zu ESG/Transition (Klima, Umwelt, Sozial)/nachhaltige Investments • Ergebnis Titelselektion
NACHHALTIGKEITSANALYSE UND SCHWELLENWERT • Nachhaltigkeitsbezogene Analyse des Portfolios • Mindestschwellenwerte: 100% für Ausschlüsse und 80% für Transitionsstrategien
STIMMRECHTE UND ENGAGEMENT • Stimmrechtsausübung • Engagement
36 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 EINBLICKE
Quellen F.I.R.S.T.
Diese explizite Erwähnung von Nachhaltigkeitssiegeln ist systematisch folgerichtig und sollte in der Überarbeitung der SFDR unbedingt erhalten bleiben und wenn möglich weiter spezifiziert werden: Regulierung setzt Mindeststandards und verlangt diesbezügliche Transparenz – eine weitergehende Qualitätsdifferenzierung entsteht im Wettbewerb.
1 Vgl. Reclaim Finance et al.: Open Letter from 133 Signatories – Avoid Fossil Fuel Greenwashing in EU Funds. 2026.
2 Vgl. ESG and Sustainability Barometer: From Integration to Impact – ESG and Sustainability in UK & European Fund Markets. 2026.
3 Vgl. Kölsch, R. (F.I.R.S.T. / AIR / FNG / Universität Hamburg): Feedback zur Revision of EU Rules on Sustainable Finance Disclosure (Referenz F33387837). Europäische Kommission. 2026.
Eine fundierte Beurteilung nachhaltiger Finanzprodukte erfordert zusätzliche Informationen und Bewertungsmaßstäbe. Fehlen diese, besteht die Gefahr, regulatorische Compliance mit inhaltlicher Nachhaltigkeitsqualität gleichzusetzen. Das Risiko von Greenwashing ist offensichtlich.
Freiwillige Gütezeichen sind daher eine wichtige Komponente für die Weiterentwicklung der SFDR. Sie ermöglichen Differenzierung oberhalb der regulatorischen Baseline und tragen dazu bei, Transparenz nicht mit Substanz zu verwechseln. Deshalb engagieren wir uns weiterhin, in enger Kooperation mit Forschung, Praxis und Politik, für die Weiterentwicklung und Differenzierung.
So zum Beispiel im Rahmen der eingangs erwähnten Konsultation zur Überarbeitung der SFDR. Hier verfassten wir eine Stellungnahme und empfehlen die ausdrückliche Anerkennung freiwilliger nachhaltigkeitsbezogener Kennzeichnungssysteme in Artikel 17 Absatz 2 in der derzeitigen Formulierung des SFDR-2.0-Vorschlags beizubehalten.
Kern der SFDR ist weiterhin die Schaffung von Transparenz. Auch wenn neuerdings Mindestanforderungen für erste Grundzutaten sorgen, lassen Aspekte wie Ausschlusskriterien, der Umgang mit Kontroversen, positive Screening-Ansätze, Analysemethoden, Investmentprozesse, Stewardship-Aktivitäten oder die Bewertung von Transitions-Strategien innerhalb der regulatorischen Produktkategorien weiterhin großen Interpretationsspielraum.
SRI-Labels wie die FNG-Siegel übersetzen regulatorische Angaben in besser verständliche Qualitätssignale, ermöglichen Differenzierung über das regulatorische Minimum hinaus und unterstützen die Entwicklung von Best Practices im Bereich nachhaltiger Geldanlagen.3 Damit tragen sie dazu bei, dass Nachhaltigkeitsangaben
Roland Kölsch,
Verantwortlicher für das FNG-Siegel
fundiert, überprüfbar und aussagekräftig sind. Dies ist im Übrigen nicht unerheblich bei der im deutschen UWG umgesetzten und Ende September in Kraft tretenden EmpCo-Richtlinie!
Als weiterhin wichtige Orientierungshilfen nachhaltiger Geldanlagen stärken SRI-Qualitätsstandards wie die FNG-Siegel das Vertrauen von Anlegenden, unterstützen eine fundierte Entscheidungsfindung und tragen dazu bei, das Risiko von Greenwashing zu verringern.
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 37 EINBLICKE
VÖIG
Sustainable Finance: Reifer, klarer – aber noch nicht einfach
Die nächsten Jahre gehören unter anderem Transition, Datenqualität und echter Anlegerorientierung.
Die Sustainable-Finance-Regulierung ist nach Jahren regulatorischer Expansion, technischer Nachschärfungen und immer weiterwachsender Offenlegungspflichten erkennbar in eine neue Phase eingetreten. Das Bild ist heute differenzierter als noch vor wenigen Jahren. Die Branche ist zweifellos reifer geworden; viele methodische und operative Fragen werden klarer gesehen als zu Beginn der Regulierungswelle. Gleichzeitig ist aber auch eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Im Vordergrund steht längst nicht mehr nur die Frage, ob nachhaltigkeitsbezogene Informationen ausreichend offengelegt werden, sondern ob diese Informationen inhaltlich tragfähig, zwischen Produkten vergleichbar und für Anleger überhaupt verständlich sind.
Die nächsten Jahre werden daher nicht zuletzt davon abhängen, ob es gelingt, Sustainable Finance stärker an wirtschaftlicher Realität, Datenqualität und Anlegerverständnis auszurichten. Besondere Bedeutung wird dabei außerdem dem Thema Transition zukommen. Ein tragfähiger regulatorischer Rahmen muss nicht nur für Produkte funktionieren, die bereits eindeutig nachhaltig sind, sondern auch für jene Transformationspfade, die den realen Umbau der Wirtschaft begleiten. Ebenso wird die Qualität der zugrunde liegenden Daten weiter an Bedeutung gewinnen. Schon heute zeigt sich, dass Glaubwürdigkeit und Vergleichbarkeit nachhaltiger Finanzprodukte ganz wesentlich von Datenverfügbarkeit, Methodik und konsistenter Anwendung abhängen. Hinzu kommt, dass Anlegerorientierung künftig stärker in den Mittelpunkt rücken muss. Nachhaltige Geldanlage wird auf Dauer nur dann Breitenwirkung entfalten, wenn sie nicht bloß reguliert, sondern auch nachvollziehbar, verständlich und damit investierbar bleibt.
Die Branche ist heute reifer, aber auch ernüchterter.
Sustainable Finance leidet nicht an zu wenig regulatorischem Ehrgeiz. Die eigentliche Schwierigkeit besteht vielmehr darin, Transparenz in ein System zu übersetzen, das in der Praxis funktioniert. Die SFDR sollte Offenlegung ermöglichen und damit Vertrauen schaffen. In der Anwendung hat sich allerdings zunehmend gezeigt, dass mehr Information nicht automatisch zu mehr Orientierung führt. Methodische Unterschiede, unklare Begrifflichkeiten und die starke Abhängigkeit von Daten und deren Interpretation erschweren die Vergleichbarkeit weiterhin erheblich. Die Entwicklung des Jahres 2025 hat diesen Eindruck eher bestätigt als widerlegt. Der regulatorische Fokus verschiebt sich damit spürbar: weg von der formalen Erfüllung einzelner Vorgaben, hin zur Frage, ob nachhaltigkeitsbezogene Angaben auch inhaltlich kohärent und belastbar sind.
Im Ergebnis war 2025 damit vor allem ein Jahr der Systemprüfung. Die Branche ist heute reifer, aber auch kritischer gegenüber den Grenzen eines rein offenlegungsbasierten Ansatzes. Gerade darin liegt zugleich die Chance von SFDR 2.0: aus Transparenz ein System zu machen, das für Anleger verständlicher und für den Markt praktikabler ist.
„SFDR 2.0“ muss aus Offenlegung ein verständliches Produktsystem schaffen.
Vor diesem Hintergrund wird auch der Reformbedarf bei der SFDR besonders deutlich. Ein rein offenlegungsbasiertes Regime stößt dort an Grenzen, wo Anleger zwar eine Fülle an Informationen erhalten, daraus aber keine verlässliche Einordnung von Produkten ableiten können. Genau deshalb stellt sich seit Längerem die Frage, ob die SFDR nicht stärker in Richtung eines verständlichen Produktsystems weiterentwickelt werden sollte. Mit den jüngsten Kommissionsvorschlägen hat diese Diskussion deutlich an Schärfe gewonnen. Entscheidend wird allerdings sein, dass eine Reform nicht nur neue Begriffe oder zusätzliche Kategorien hervorbringt. Erforderlich sind vielmehr Regeln, die praktisch handhabbar sind, klare und nachvollziehbare Mindestkriterien, konsistente Datenanforderungen und Übergänge, die in der Realität auch bewältigt werden können. Andernfalls würde die SFDR zwar neu geordnet, aber nicht wirklich verbessert.
Dr. René Brunner, Jurist bei der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG)
38 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 EINBLICKE
PRI
Von der Pionierphase zur Praxis: Sustainable Finance in Deutschland und Österreich
In diesem Jahr feiert nicht nur das FNG seinen 20. Marktbericht, sondern auch die Principles for Responsible Investment (PRI) ihr 20-jähriges Bestehen. Zwei Jahrzehnte, in denen sich Sustainable Finance von einem Nischenthema zu einem zentralen Gestaltungsfaktor der Finanzmärkte entwickelt hat. Für die PRI ist dies Anlass zur Standortbestimmung: Wo kommen wir her, wo stehen wir heute – und wie entwickelt sich nachhaltiges Investieren in Deutschland und Österreich weiter?
Klimawandel, Biodiversität, demografische Entwicklungen oder geopolitische Spannungen wirken über einzelne Portfolios hinaus und beeinflussen ganze Wirtschafts- und Finanzsysteme, auch in ihren sozialen Dimensionen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie verantwortungsvolles Investieren zur langfristigen Stabilität dieser Systeme beitragen kann. Umgekehrt sollte die Stabilität dieser Systeme im Rahmen treuhänderischer Überlegungen berücksichtigt werden, da sie für die langfristige Wertentwicklung von Investitionen relevant sein kann.
Als die PRI vor zwei Jahrzehnten gegründet wurden, befand sich verantwortungsvolles Investieren noch in einer frühen Phase. Erste ESG-Ansätze waren häufig freiwillig, punktuell und nur begrenzt in Investmentprozesse integriert. Auch in Deutschland und Österreich war nachhaltiges Investieren lange ein Thema engagierter Vorreiter. Zugleich zeigte sich früh eine hohe Bereitschaft, internationale Prinzipien auf nationale Marktstrukturen zu übertragen – ein wichtiger Grundstein für die heutige Verankerung.
Weniger ein einheitliches Zielbild als vielmehr Orientierung, kontinuierliche Lernprozesse und der Austausch über bewährte Marktpraktiken prägen diese Entwicklungsphase. Die Vielfalt der Ansätze wird dabei zunehmend als Voraussetzung für Anpassungsfähigkeit und Weiterentwicklung verstanden. Ein fortlaufender Dialog ist daher auch künftig zentral, damit sich aus unterschiedlichen Praktiken ein nachhaltiges, stabiles und resilientes globales Finanzsystem entsteht, das langfristige Wertschöpfung ermöglicht. Ein solches System wird langfristige, verantwortungsvolle Investitionen belohnen und der Umwelt sowie der Gesellschaft insgesamt zugutekommen.
Wo wir heute stehen
Dies zeigt sich auch in der Anzahl der PRI-Unterzeichner:innen: Weltweit sind es zum 31. März 2026 5.020. In Deutschland, Österreich und der Schweiz 541, davon 279 in Deutschland – ein Nettozuwachs von mehr als 300 % im Vergleich zu vor zehn Jahren.
Die Entwicklung von Sustainable Finance in Deutschland und Österreich ist in eine Phase eingetreten, in der Glaubwürdigkeit, Konsistenz und Wirkung stärker denn je im Mittelpunkt stehen. Der 20. FNG-Marktbericht unterstreicht: Die Grundlagen sind gelegt. Nun geht es darum, verantwortungsvolles Investieren weiter zu professionalisieren und dessen Beitrag zu resilienten Kapitalmärkten langfristig zu stärken.
Heute ist Sustainable Finance im deutschsprachigen Raum fest im institutionellen Investment verankert. Die europäische Regulatorik sowie internationale Berichts- und Offenlegungsrahmen haben Transparenz und methodische Anforderungen deutlich erhöht. ESG-Integration ist weitgehend Standard, der Fokus verschiebt sich zunehmend auf Wirkung, Datenqualität, aktive Wahrnehmung der Eigentümerverantwortung. Zudem formulieren Asset Owner zunehmend klare Erwartungen an die Wirksamkeit nachhaltiger Anlagestrategien.
Dustin Neuneyer,
Trotz dieser Fortschritte bleibt die Herausforderung bestehen, ambitionierte Nachhaltigkeitsziele bei heterogenen Marktrealitäten effektiv umzusetzen.
Head of Germany & Austria
Wo wir hinwollen
Nils Hums,
Mit Blick nach vorn richtet sich die Aufmerksamkeit weniger auf neue Begriffe oder zusätzliche Konzepte als auf die konsistente Weiterentwicklung bestehender Ansätze. In vielen Marktsegmenten werden Ansätze verantwortungsvollen Investierens erprobt und weiterentwickelt und integrieren zunehmend auch systemische Risiken, strukturelle Veränderungen und deren finanzielle Dimension.
Senior Responsible Investment Manager Germany & Austria
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 39 EINBLICKE
SHAREHOLDERS FOR CHANGE
Warum Shareholder Engagement ohne politische Lobbyarbeit zu verschwinden droht
Shareholders for Change hat sich im Jahr 2025 auch angesichts steigender geopolitischer Spannungen, regulatorischer Unsicherheit und wachsenden Drucks auf Nachhaltigkeitsstandards als ein zunehmend einflussreiches Netzwerk für Shareholder Engagement erwiesen. Im Laufe des Jahres traten unsere 20 Mitglieder mit insgesamt 223 Unternehmen in den Dialog. Dabei lag ein klarer geografischer Schwerpunkt der Aktivitäten auf Europa.
bleibender Spielräume und zu einer Eskalation im Dialog mit Unternehmen. Eine dritte Entwicklung – die Reduzierung von Engagement-Aktivitäten, insbesondere gegenüber US-Unternehmen – ist zwar allgemein zu beobachten, in unserer Organisation jedoch glücklicherweise noch in begrenztem Ausmaß.
Neben diesen Ansätzen gibt es einen weiteren, der bisher wenig genutzt wird: die politische Lobbyarbeit gegenüber europäischen und US-amerikanischen Institutionen, um Vorschriften zu erreichen, die den Aktionären, insbesondere den Minderheitsaktionären, mehr Rechte garantieren - oder die zumindest die Sicherung der bestehenden Rechte ermöglichen.
Gleichzeitig ist zu beachten, dass Investoren in einem sich rasch verändernden Umfeld agieren. Es wird zunehmend schwieriger, bei börsennotierten Unternehmen Gehör zu finden. Dies betrifft insbesondere ESG-Themen, die für unser Netzwerk von zentraler Bedeutung sind.
Als Investoren-Netzwerk leisten wir unseren Beitrag im Kleinen, doch in diesem Kampf fühlen wir uns oft allein. Viele Investoren ziehen es vor, nicht politisch aktiv zu werden. Ohne politisches Engagement wird unsere Rolle als Wächter über die Nachhaltigkeit jedoch zunehmen schwächer werden – bis sie schließlich ganz verschwindet.In den Vereinigten Staaten ist es für Unternehmen inzwischen deutlich leichter, Aktionärsanträge zu sozialen und ökologischen Themen aus ihren Proxy Statements auszuschließen. Aktionärsrechte in Europa dagegen werden von zwei parallelen Entwicklungen erheblich beeinträchtigt.
Einerseits haben sich nach der Pandemie Formen der Hauptversammlung etabliert, die eine Verlagerung hin zu virtuellen oder stark eingeschränkten Formaten begünstigen. In Italien beispielsweise finden Versammlungen in einem weltweit einzigartigen Ausmaß hinter verschlossenen Türen statt, ohne dass es für Aktionär:innen eine reale Möglichkeit gibt, mit den Unternehmen in einen direkten Dialog zu treten.
Auf der anderen Seite gibt das sogenannte Omnibus-Paket der Europäischen Kommission Anlass zu begründeten Bedenken. Die Maßnahmen könnten zu weniger Transparenz und einer Abschwächung zentraler Instrumente der Rechenschaftspflicht führen. Dadurch wird die Fähigkeit nachhaltiger Investoren eingeschränkt, fundierte Entscheidungen zu treffen und Unternehmen wirksam zur Verantwortung zu ziehen.
Mauro Meggiolaro,
Coordinator, Secretariat SfC – Shareholders for Change
Vor diesem Hintergrund ist Kreativität gefragt. In Italien hat das faktische Ende von Hauptversammlungen dazu geführt, dass unsere Mitglieder verstärkt direkte Gespräche mit Unternehmen einfordern. Die Beschränkung auf vorab einzureichende schriftliche Fragen hat die Mitglieder außerdem dazu veranlasst, diese zunehmend präziser und strategischer zu formulieren.
In anderen Ländern beobachten wir eine Verschärfung der Auseinandersetzungen. So haben Investoren im Fall von BP rechtliche Schritte in Betracht gezogen, nachdem ein klimabezogener Aktionärsantrag ausgeschlossen wurde.
Die Einschränkung von Engagement-Möglichkeiten drängt Investoren somit zu zwei Maßnahmen: zur kreativen Nutzung ver40 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 EINBLICKE
CRIC
- FNG-Marktbericht: Vom Nischenmonitor zum Referenzwerk
Seit nunmehr zwei Jahrzehnten liefert der Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen fundierte Einblicke in die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen und hat sich als zentrale Informationsquelle für Stakeholder und Interessierte etabliert.
Nach 20 Jahren steht der Markt nachhaltiger Geldanlagen an einem Wendepunkt. Nachhaltigkeit ist längst im Finanzsystem angekommen und hat erheblich an Volumen, Sichtbarkeit und institutioneller Akzeptanz gewonnen. Gleichzeitig wächst die Herausforderung, der zunehmenden Ausdifferenzierung des Marktes zu strukturieren und die notwendige inhaltliche Tiefe zu verleihen.
Als der erste Statusbericht im Jahr 2005 erschien, betrat er Neuland: Nachhaltige Geldanlagen waren ein Nischenmarkt, geprägt von wenigen, engagierten Akteuren und einer noch überschaubaren Zahl an Investmentstrategien. Der Bericht fungierte damals als Pionierstudie – und sollte über die Jahre hinweg zum verlässlichen Spiegel eines sich dynamisch entwickelnden Marktsegments werden.
Der FNG-Marktbericht hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wieder bewiesen, dass er in der Lage ist, zentrale Trends und Debatten aufzugreifen. In seiner aktuellen Form bietet er beste Voraussetzungen, auch künftig als Referenzwerk zu bestehen – nicht zuletzt, weil er langfristige Zeitreihen ermöglicht und damit Entwicklungen sichtbar macht. Gerade darin liegt sein besonderer Wert für die Weiterentwicklung nachhaltiger Finanzmärkte. Auf die nächsten 20 Jahre!
Seither zeichnet der FNG-Marktbericht die Transformation nachhaltiger Investments nach: von wertbasierten Anfängen über eine zunehmende Institutionalisierung hin zum Übergang vom ethisch motivierten Ansatz bis zu einem stärker risikoorientierten Verständnis von Nachhaltigkeit. Mit der Integration von ESG-Kriterien in klassische Investmentprozesse, dem Eintritt großer globaler Asset Manager und der wachsenden Bedeutung regulatorischer Rahmenbedingungen hat sich der Markt grundlegend verändert.
Ein zentraler Kipppunkt war dabei das Pariser Klimaabkommen, das Klimaziele erstmals systematisch in den Finanzmarkt integrierbar und messbar machte. In der Folge trieben Initiativen wie etwa die EU-Taxonomie die Standardisierung weiter voran. Gleichzeitig erlebte der Markt eine Boomphase, begleitet von wachsendem gesellschaftlichem Druck – aber auch von zunehmenden Debatten über Greenwashing und die Glaubwürdigkeit nachhaltiger Finanzprodukte.Heute ist der FNG-Marktbericht eines der wichtigsten Referenzwerke für nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum. Mit jährlich wechselnden Themenschwerpunkten und einer kontinuierlich weiterentwickelten Methodik bildet er Markttrends, Daten und strukturelle Entwicklungen ab. Als langfristig angelegte Datensammlung teilnehmender Finanzakteure setzt er zudem einen wichtigen Benchmark für die Branche.
Claudia Tober,
Geschäftsführerin, cric e.V.
Für cric e.V., dem Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage als Schwesterverband des FNG ist der Marktbericht ein zentraler Ausgangspunkt für Reflexion und Analyse. Er ermöglicht es, die Rolle und Wirkung von ESG-Strategien kritisch zu hinterfragen – insbesondere mit Blick auf die Perspektive von Investorinnen und Investoren. Mit dem Wachstum nachhaltiger Geldanlagen wird die Unterscheidung zwischen quantitativem und qualitativem Fortschritt zunehmend relevant: Warum wird investiert? Welche Wirkung entfalten die Produkte? Und welche Werte spiegeln sie tatsächlich wider?
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 41 SPONSOREN
ÖKOWORLD
Die Bedeutung von Transformationsfonds für den nachhaltigen Wandel
Die nachhaltige Geldanlage erlebt eine Phase der Ernüchterung. Mehrere Krisen – allen voran die Kriege in Iran und in der Ukraine, Energiepreisschocks und geopolitische Unsicherheiten – verunsichern Anlegerinnen und Anleger. In solchen Phasen dominiert oft der kurzfristige Blick, nachhaltige Strategien geraten ins Hintertreffen.dekarbonisieren sind. Die Besonderheit dieser Sektoren, zu denen Stahl, Zement, Chemie, Aluminium, Glas und Keramik gehören, liegt nicht nur in ihrem hohen Energiebedarf, sondern in prozessbedingten Emissionen und langen Investitionszyklen.
Zum Beispiel in der Stahlindustrie sind typische Ansätze die Umstellung von Hochofenrouten auf Direktreduktion, perspektivisch wasserstoffbasiert und Elektrolichtbogenöfen sowie die Stärkung von Schrottkreisläufen und erneuerbarem Strom als Voraussetzung für echte Emissionsminderung. In der Zementindustrie liegt ein großer Hebel in der Reduktion des Klinkeranteils, in effizienteren Ofentechnologien und alternativen Brennstoffen. Perspektivisch kann CO2-Abscheidung relevant sein, weil Prozessemissionen schwer vermeidbar sind.
Doch die nachhaltige Geldanlage ist kein Modethema, sondern eine Notwendigkeit. Die strukturellen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit oder soziale Ungleichheit verschwinden nicht, nur weil sie weniger häufig in den Schlagzeilen auftauchen. Im Gegenteil: Die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft innerhalb planetarer Grenzen bleibt eine der dringendsten Aufgaben unserer Zeit.
Kapital als Hebel für Transformation und Wandel
Klimawirkung entsteht hier nicht durch punktuelle Maßnahmen, sondern durch ganzheitliche Umbaupfade, die kapitalintensiv, mehrjährig und technisch anspruchsvoll sind. Gleichzeitig dürfen diese Sektoren nicht isoliert betrachtet werden.
Die EU hat sich mit dem European Green Deal und dem Fit-for-55- Paket verbindliche Klimaziele gesetzt. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden, bis 2050 soll die EU klimaneutral sein. Hierfür braucht es ein Bündel an technischen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen. Zu den größten Hebeln gehören ein schneller Ausstieg aus fossilen Energien, Verbesserungen von Energie- und Ressourceneffizienzen sowie insgesamt die Transformation von Sektoren wie Verkehr, Industrie und Landwirtschaft.
Die Rolle von Transformationsfonds
Die Transformation von High Impact und Hard-to-Abate Sektoren auch aus Investorensicht zu begleiten – das ist die Grundlage von Transformationsfonds. Diese Fonds sollen gezielt in Unternehmen oder Vermögenswerte investieren, die einen glaubwürdigen Übergangspfad in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaneutralität verfolgen.Ziel der EU-Regulierung rund um Sustainable Finance ist das Umlenken der Geldströme, um den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu unterstützen. Denn öffentliche Mittel allein reichen nicht aus. Private Investitionen müssen aktiv mobilisiert werden. Für Anlegerinnen und Anleger können sich wiederum Renditechancen ergeben, wenn sie an der Wertentwicklung von Unternehmen partizipieren, die sich früh Marktanteile in wachsenden Segmenten wie CO₂-armem Stahl oder Zement sichern und langfristig CO₂- Kosten sparen können.
Aus regulatorischer Sicht gibt es in der aktuell gültigen Fassung der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) für Transformationsfonds keine explizite Kategorie oder Anforderungen. Jedoch werden Transformationsfonds oder Transition-bezogene Produkte gemäß den ESMA-Leitlinien für Fondsnamen mit ESG-Bezug bereits berücksichtigt, indem für solche Fonds weniger Ausschlüsse angewandt werden müssen. Die CTB-Ausschlüsse des Climate Transition Benchmarks sind weniger streng in Bezug auf Investitionen in fossile Brennstoffe als die PAB-Ausschlüsse und dienen dazu, einen Übergangspfad in der Anlage zu ermöglichen. Nichtsdestotrotz gelten auch für Transformationsfonds absolute Ausschlüsse wie Tabakproduktion oder Aktivitäten im Zusammenhang mit umstrittenen Waffen.
Fokus auf „High-Impact“- und „Hard-to-Abate“-Sektoren
Im Zentrum stehen High-Impact Sektoren. Diese Sektoren haben aufgrund ihres hohen Anteils an globalen Emissionen einen besonders großen Einfluss auf Klima und Umwelt. Gleichzeitig sind diese Sektoren unverzichtbar für die Wirtschaft, Infrastruktur oder Mobilität, zum Beispiel die Energieerzeugung, die Industrie, der Verkehr insgesamt, der Bau- und Gebäudesektor oder die Landwirtschaft.
Im Zuge der Überarbeitung der Offenlegungsverordnung SFDR 2.0 liegt ein Vorschlag der EU-Kommission vor, der Transition explizit als neue Produktkategorie vorsieht. Zwar wird sich der aktuelle Entwurf noch verändern, jedoch werden hohe Anforderungen an Transparenz und möglicherweise weitere Ausschlüsse über CTB hinaus erwartet, etwa neue Projekte zur Förderung von Kohle. ZuBesonders herausfordernd und dennoch entscheidend für das Gelingen der Transformation ist die energieintensive Industrie in sogenannten Hard-to-Abate Sektoren – Sektoren, die schwer zu
42 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 SPONSOREN
dem soll keine Investition in Unternehmen ohne ernsthafte Transformationsbereitschaft erfolgen.
Der ÖKOWORLD Global Transition Fonds
Am 16.4.2026 ist der Fonds ÖKOWORLD GLOBAL TRANSITION an den Start gegangen. Der ÖKOWORLD GLOBAL TRANSITION investiert ausschließlich in Aktien von Unternehmen, die sich dem Wachstumstreiber Dekarbonisierung widmen, indem sie Emissionen senken oder ihre Geschäftsmodelle klimakompatibel ausrichten.
Dabei ist die ganzheitliche Betrachtung von Unternehmen aus Nachhaltigkeitsperspektive weiterhin der Kern unserer Arbeit: Umfassende Ausschlusskriterien, wie die Herstellung von Waffen aller Art, die Erzeugung von Atomenergie und die Förderung fossiler Energie wie Kohle und Öl, werden konsequent angewandt.
Zur Bewertung passender Unternehmen wurde vom hauseigenen ÖKOWORLD-Nachhaltigkeitsresearch ein Konzept entwickelt: Ein Transition-Score von maximal 100 Punkten, der nicht nur aus dem Bereich Klima besteht, etwa Green Capex, Green Revenue und Klimastrategie, sondern auch aus dem Bereich Nature, etwa Wassermanagement oder Biodiversitätsstrategien, und aus dem Bereich Soziales. Unternehmen müssen Punkte beim Lieferkettenmanagement, Rechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Diversität erzielen. In gewohnter ÖKOWORLD-Manier ist die Bewertung durch das eigene Nachhaltigkeitsresearch getrennt von der Arbeit des Portfoliomanagements.
Wichtiger Bestandteil des Fondskonzepts ist Engagement. ÖKOWORLD nimmt seit vielen Jahren die Rolle als verantwortungsvoller Investor ernst, indem wir den Dialog mit Unternehmen suchen, um Änderungen anzustoßen und Wandel zu bewirken. Genau diese Expertise kommt auch im Konzept für den ÖKOWORLD GLOBAL TRANSITION Fonds zum Tragen: Wir setzen uns mit Unternehmen zusammen und begleiten sie aktiv auf dem Weg der Transformation. Auch unser Stimmrecht nehmen wir wie für unsere anderen Fonds wahr und nutzen unser Rederecht, wenn wir es für notwendig erachten.
Mehr Informationen zum ÖKOWORLD GLOBAL TRANSITION Fonds sind hier erhältlich: https://www.oekoworld.com/privatpersonen/ vorsorge-anlage/investmentfonds/global-transition
Das Unternehmen ÖKOWORLD
Gegründet im Jahr 1975, gilt ÖKOWORLD als Pionierin im Bereich nachhaltiger Geldanlagen und Vorsorge. Die ÖKOWORLDFonds investieren global in Unternehmen, die sich durch ihre
Produkte oder Dienstleistungen ethisch, sozial und ökologisch positiv auf die Umwelt oder die Gesellschaft auswirken und somit zu einer lebenswerten Zukunft beitragen.
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 43 SPONSOREN
ERSTE ASSET MANAGEMENT
Nachhaltiges Investieren: Von Orange zurück zu Grün?
Blau wie das Wasser
Nachhaltiges Investieren erfuhr im Jahr 2025 seine Reifeprüfung – der politische Rückenwind, der sich in Europa schon zuvor aufgrund der komplexen Regulierung zeitweise wie ein Seitenwind anfühlte, drehte sich in starken Gegenwind. Während im Alltag weiterhin bei Konsumentscheidungen erfolgreich mit Nachhaltigkeit geworben wird, ist die im Veranlagungsbereich übliche Abkürzung ESG vielerorts gefühlt zum No-Go-Wort geworden. Überspitzt könnte man formulieren: Vergleichbar mit Lord Voldemort, den sich nur ganz Mutige, wie Harry Potter, noch direkt beim Namen nennen trauen. Dabei gibt es genug Gründe, die uns vor Augen führen, dass nachhaltiges Investieren alles andere als „aus der Mode“ ist.
Während wir in Europa das Thema Wasserverknappung bisher aus Fernsehberichten von anderen Kontinenten kannten, wird es durch die Erderhitzung und den Anstieg von Extremwetterereignissen (auf Dürre folgt Starkregen, der vom Boden nicht aufgenommen werden kann) zunehmend auch bei uns spürbar. Das hat finanzielle Implikationen für Unternehmen – es gibt kein Geschäftsmodell, das direkt oder indirekt ohne Wasser auskommt.
Wasserverknappung kann sowohl zu höheren Kosten als auch zu einer kompletten Stilllegung der Produktionsstätte bzw. des Transports führen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir jährlich zum Weltwassertag den Wasserfußabdruck der in unseren nachhaltigen Fonds investierten Unternehmen und berücksichtigen diesen in der Portfolioallokation.
Orange the World – abseits der wichtigen UN-Kampagne
Die weltweite UN-Kampagne „Orange the World“ hat das wichtige Ziel, auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen, und legte im Vorjahr den Schwerpunkt auf Gewalt in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz und im digitalen Raum. Während dieses Thema nicht ausreichend Aufmerksamkeit bekommen kann, erlebte die Signalfarbe Orange leider in anderen Bereichen eine noch größere Aufmerksamkeit: So färbten sich im letzten Jahr über 200 Flüsse in Alaska orange, ausgelöst durch die voranschreitende Erderhitzung und das dadurch bedingte Schmelzen des im Permafrostboden enthaltenen Eises.
Fazit: Aus der Raupe wird ein Schmetterling
Das stille Verpuppen der Raupe vor ihrer Transformation in den Schmetterling beschreibt recht gut das Umfeld nachhaltigen Investierens zuletzt und den positiven Ausblick auf die kommenden Jahre. Wer weiterhin Nachhaltigkeitsrisiken dort adressiert, wo sie die Wertschöpfung treffen – Energieknappheit, Wasserstress, Biodiversitätsverlust, Reputations- und Regulierungsrisiken, handelt zukunftsfit und braucht sich auch weiterhin weder vor ESG noch Lord Voldemort fürchten.
Ausblick: Orange vermischt mit Blau und Gelb ergibt Grün!
Daher sehen wir bei der Erste Asset Management Nachhaltigkeit weiterhin nicht als kurzfristigen Trend, sondern als zentralen Bestandteil unserer Philosophie. Wir verstehen uns als aktive Investorin – dazu gehören laufendes Engagement mit Unternehmen, eine aktive Stimmrechtsausübung sowie eine transparente und regelmäßige Berichterstattung über unsere Aktivitäten. Unsere Prinzipien, Ziele und Prozesse sind klar in unserem Handbuch der Nachhaltigkeit verankert. Darüber hinaus arbeiten wir im ökologisch- wie auch im sozial-nachhaltigen Bereich seit vielen Jahren mit renommierten Partnern zusammen.
Wer sich an die ersten Erfahrungen mit Wasserfarben zurückerinnert, weiß, dass Orange vermischt mit Gelb und Blau als Resultat Grün liefert. Das beschreibt sehr gut jene Hauptthemen, die 2026 und darüber hinaus eine besonders große Rolle für zukunftsorientierte Investor:innen spielen werden:
Gelb wie die Sonne
Das renommierte Science Magazin widmete sich zuletzt in einer ihrer Ausgaben dem weltweiten Durchbruch der Solarenergie.1 Keine andere Energiequelle kann es mittlerweile hinsichtlich Kosten und Dauer der Installation mit Wind und Solarenergie aufnehmen. Während die letzten Jahrzehnte dank massiver Effizienzsteigerungen bei Beleuchtung, Heizung und Kühlung durch stagnierenden Energiebedarf geprägt waren, ist in den nächsten Jahren mit einem massiven Anstieg des Bedarfs durch die Elektrifizierung des Verkehrs (E-Auto) und von Gebäuden (Wärmepumpe), aber auch durch Datencenter (Künstliche Intelligenz) zu rechnen. Erneuerbare Energien werden vor diesem Hintergrund eine noch viel gewichtigere Rolle spielen.
Wer mehr über unseren Nachhaltigkeitsansatz erfahren möchte, findet weiterführende Informationen unter erste-am.at/nachhaltigkeit.
Quellen 1 Vgl. Thorp, H. H. (Science): Here comes the Sun. Science. 2025.
44 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 SPONSOREN
BANK IM BISTUM ESSEN
Deutschland steht vor großen sozialen Herausforderungen
SROI als Alleinstellungsmerkmal
Es fehlt an leistbarem Wohnraum, Pflegestrukturen stoßen an ihre Grenzen, der Neubaubedarf bei Kitas ist hoch und viele Schulen sowie Universitäten sind dringend investitionsbedürftig. Der Mangel an sozialer Infrastruktur – qualitativ wie quantitativ – ist zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden.
Ein Alleinstellungsmerkmal des Fonds ist die wissenschaftlich fundierte SROI-Methodik. Sie bewertet nicht nur die finanzielle, sondern auch die soziale Rendite eines Investments. Investierte Ressourcen werden den monetarisierten sozialen Wirkungen gegenübergestellt – etwa dem Wert einer höheren Erwerbstätigkeitsquote aufgrund neu geschaffener Kita-Plätze oder geringere Pflegekosten bei längerer Selbstständigkeit von älteren Menschen. Der SROI macht also sichtbar, welchen messbaren gesellschaftlichen Mehrwert jeder investierte Euro erzeugt. Während ökologische Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche etabliert ist, bleibt die soziale Säule oft unterrepräsentiert. Der Fonds „ImmoPlus Wohnen & Leben“ ergänzt die ökologische Perspektive um eine messbare soziale Wirkung und bietet institutionellen Investoren die Möglichkeit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und stabile Erträge zu erzielen.
ImmoPlus Wohnen & Leben: Immobilienfonds mit messbar sozialer Wirkung
Nachhaltige Immobilieninvestments standen bislang meist im Zeichen ökologischer Kriterien. Dabei erfordern die beschriebenen gesellschaftliche Herausforderungen eine stärkere Fokussierung auf die soziale Dimension. Allerdings mangelte es bisher an der Messbarkeit des sozialen Erfolgs. Genau hier setzt der neue Fonds „ImmoPlus Wohnen & Leben“ der BIB ProImmo GmbH an – einer Tochter der BANK IM BISTUM ESSEN eG. Der Fonds investiert gezielt in soziale Infrastruktur in Deutschland und Österreich und misst die Wirkung seiner Investments mittels wissenschaftlich erarbeitetem Social Return on Investment (SROI) Ansatz.
Starker Partner und exzellenter Marktzugang
Der Fokus des Fonds liegt auf Wohn- und Lebensräumen wie leistbarem privatem Wohnraum, Kinderbetreuung, Bildungseinrichtungen, Gesundheit und Pflege sowie Seniorenwohnen. Das Ziel: Ein diversifiziertes Portfolio mit 200 bis 250 Mio. Euro Eigenkapital. Bei der Auswahl der Objekte liegt der Fokus auf dem sozialen Mehrwert, den eine Immobilie stiftet in Verbindung mit ökonomischem Erfolg. Langfristige Mietverträge mit bonitätsstarken sozialen Trägern sorgen für Stabilität.
Als Tochter der BANK IM BISTUM ESSEN profitiert die BIB ProImmo von einem exzellenten Zugang zu kirchlichen und sozialen Netzwerken. Das Management-Team verfügt über langjährige Erfahrung im institutionellen Immobilien-Investmentmanagement und Zugang zu Projekten, die externen Marktteilnehmern oft verschlossen bleiben. Die Muttergesellschaft steht für Stabilität und Verlässlichkeit – wichtige Faktoren für Investoren, die Wert auf nachhaltige und gesellschaftlich relevante Investments legen.
INVEST IN VISIONS
Vom Nischenmarkt zur Chance für die Zukunft
Immer mehr Investoren möchten mit ihren Anlagen nicht nur finanzielle Renditen erzielen, sondern auch eine positive soziale und/ oder ökologische Wirkung erreichen.
Dabei ist das Potenzial für Impact Investing gerade in diesen Märkten besonders hoch. Im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen besteht eine globale Finanzierungslücke von rund 5,7 Billionen USDollar. In Afrika ist sie besonders ausgeprägt: Der International Finance Corporation zufolge liegt sie im KMU-Segment bei rund 80 Prozent. Gleichzeitig zeichnen sich viele dieser Volkswirtschaften durch ein dynamisches Wachstum aus – oft stärker als im globalen Norden. Hier ergeben sich konkrete Investitionschancen. Impact Investing kann in diesem Kontext einen wichtigen Beitrag leisten, etwa bei der Transformation hin zu einer klimaschonenden Energieversorgung.Lange Zeit waren Anlageklassen wie Private Debt oder Private Equity, die besonders gut geeignet sind, zusätzliches Kapital zu mobilisieren und direkten Impact zu schaffen, vor allem institutionellen Investoren vorbehalten. Regulatorische Neuerungen wie ELTIF 2.0 öffnen diesen Markt nun zunehmend auch für Privatanleger. Das trägt zu einer schrittweisen „Demokratisierung“ dieser Anlagestrategie bei.
Weiterhin auffällig ist jedoch der sogenannte „Home Bias“: Nachhaltige Geldanlagen aus Deutschland fließen überwiegend in entwickelte Märkte. Laut Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V. (FNG) werden fast drei Viertel der Investitionen in Europa getätigt, knapp ein Fünftel in Nordamerika. Emerging Markets spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Zwar ist ihr Anteil in den vergangenen Jahren von ein auf zwei Prozent gestiegen (vgl. FNG-Marktberichte 2024 und 2025), insgesamt bleibt er jedoch gering.
Impact Investing bietet damit eine doppelte Chance: finanzielle Rendite und Wirkung. Für Anleger, die langfristig denken, eröffnet sich die Möglichkeit, aktiv an der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft mitzuwirken – und gleichzeitig von einem wachsenden Zukunftsmarkt zu profitieren.
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Glossar
Begriff Erklärung
Ausschlüsse (Negatives Screening)
Dieser Ansatz schließt systematisch bestimmte Investments oder Investmentklassen wie Unternehmen, Branchen oder Länder vom Investmentuniversum aus, wenn diese gegen spezifische Kriterien verstoßen.
Best-in-Class Anlagestrategie, nach der – basierend auf ESG-Kriterien – die besten Unternehmen innerhalb einer Branche, Kategorie oder Klasse ausgewählt oder gewichtet werden, also diejenigen, die im Branchenvergleich in ökologischer, sozialer und ethischer Hinsicht die höchsten Standards setzen.
Best-in-Progress Anlagestrategie, nach der Unternehmen ausgewählt werden, die im Zeitverlauf die größte Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsperformance – meist anhand von ESG-Ratings ermittelt – erreichen konnten.
Best-in-Universe Anlagestrategie, die darauf abzielt, die führenden Unternehmen in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) zu identifizieren. Im Rahmen dieses Ansatzes werden Unternehmen ausgewählt, die innerhalb ihres gesamten Universums, sei es eine Branche, ein Marktsegment oder eine bestimmte geografische Region, führend in Bezug auf Nachhaltigkeitskriterien sind.
CDP CDP, ehemals Carbon Disclosure Project, ist eine internationale Organisation, die Unternehmen, Städte und andere Akteure unterstützt, ihre Umwelt und Klimadaten transparent anhand von standardisierten Fragebögen zu berichten. Die erhobenen Daten bilden eine der weltweit größten Umwelt Datenbanken und dienen Investoren, Regulierern und anderen Stakeholdern als Basis für Entscheidungen.
Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
Seit dem 5. Januar 2023 ist die CSRD auf EU-Ebene in Kraft. Ziel der Richtlinie ist es, die nachhaltige Berichterstattung mit der finanziellen Berichterstattung gleichzustellen. Die Richtlinie sah ursprünglich eine Ausweitung der Berichtspflichten auf große sowie börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen und eine Vereinheitlichung des Berichtsstandards vor. Im Februar 2025 wurde von der Kommission mit der Omnibus-Initiative eine Überarbeitung dieser Richtlinie sowie der Taxonomie-Verordnung und der Lieferkettenrichtlinie CSDDD angestoßen. Die daraus hervorgegangene Richtlinie (EU) 2026/470 trat am 18. März 2026 in Kraft. Sie begrenzt den Anwendungsbereich auf Unternehmen, die kumulativ mehr als 1.000 Mitarbeitende und mehr als 450 Millionen Euro Nettoumsatz aufweisen.
Divestment Bezeichnet den Abzug von Investmentkapital aus Vermögenswerten. Die globale Divestment-Bewegung zum Klima setzt sich dafür ein, Kapital aus treibhausgasintensiven Unternehmen abzuziehen.
Engagement Langfristig angelegter Dialog mit Unternehmen, um ihr Verhalten bezüglich sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien zu verbessern (Voice). Dies beinhaltet auch die Ausübung von Stimmrechten, Auskunftsrechten und die Stellung entsprechender Anträge auf Hauptversammlungen (Vote).
ESG Englisch für Environmental, Social & Governance; steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung bzw. Governance.
ESG-Integration Explizite Einbeziehung von ESG-Kriterien bzw. -Risiken in die traditionelle Finanzanalyse. Dies kann sowohl auf Produktebene als auch auf institutioneller Ebene geschehen. Hierbei ist zu beachten, dass Finanzprodukte, bei denen ein ESG-Integrationsansatz nur die institutionelle Ebene betrifft, nicht als nachhaltige Finanzprodukte gelten. Bei nachhaltigen Geldanlagen sind die ESG-Kriterien explizit in den Produktdokumenten festgelegt.
European Securities and Markets Authority (ESMA)
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) ist eine seit 2011 in Paris ansässige unabhängige EU-Aufsichtsbehörde. Zu ihren Haupttätigkeitsfeldern gehören die Sicherung der Finanzstabilität, der Schutz von Anleger:innen sowie die Förderung von Integrität und Transparenz auf den europäischen Finanzmärkten. Diese Ziele verfolgt sie in enger Zusammenarbeit mit nationalen Aufsichtsbehörden und durch die Mitwirkung an der Entwicklung neuer EU-Rechtsvorschriften.
ESMA-Leitlinien zu Fondsnamen
Die ESMA veröffentlichte am 14. Mai 2024 Leitlinien, die festlegen, unter welchen Bedingungen Investmentfonds Begriffe wie „nachhaltig”, „ESG”, „Transition” oder „Impact” im Fondsnamen verwenden dürfen. Ziel ist es, Greenwashing im Fondsmarkt zu begrenzen und Anleger vor irreführenden Fondsnamen zu schützen. Kernstück der Leitlinien sind die konkrete Schwellenwerte: Mindestens 80 % der Fondsanlagen müssen die im Namen kommunizierten Nachhaltigkeitsmerkmale tatsächlich erfüllen. Zusätzlich gelten je nach Begriffskategorie unterschiedliche Ausschlusskriterien, etwa für Investitionen in fossile Brennstoffe. Die Leitlinien gelten seit dem 21. November 2024 für neue Fonds, seit dem 21. Mai 2025 für bestehende Fonds.
EU-TaxonomieVerordnung(EU TaxVO) (EU 2020/852)
Die EU-Taxonomie ist eine seit 2020 geltende Verordnung, die einheitlich definiert, wann eine Wirtschaftstätigkeit als ökologisch nachhaltig gilt. Ziel ist es, Kapitalströme in nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten zu lenken und so den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu unterstützen. Grundlage hierfür bilden technische Bewertungskriterien für sechs Umweltziele. Umstritten ist die Aufnahme von Kernenergie und Erdgas in die Taxonomie durch den delegierten Rechtsakt der EU-Kommission aus dem Jahr 2022, der beide Energieträger unter bestimmten Bedingungen als Übergangstechnologien einstuft.
46 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 GLOSSAR
European Sustainability Reporting Standards (ESRS)
Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) bilden den verbindlichen Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung unter der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der Europäischen Union. Sie definieren, nach welchen Vorgaben Unternehmen ihre Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung (ESG) sowie damit verbundene Risiken und Chancen transparent und prüffähig darstellen müssen.
Green Bonds Green Bonds sind Anleihen, deren Erlöse gezielt für Projekte mit ökologischem Nutzen eingesetzt werden. Emittenten – ob Regierungen, Unternehmen, Banken oder internationale Organisationen – legen die zulässigen Verwendungszwecke vorab in einem sogenannten Mittelverwendungsrahmen (Use of Proceeds Framework) fest. Dabei handelt es sich um eine marktbasierte Selbstverpflichtung. Typische Einsatzbereiche sind erneuerbare Energien (z. B. Wind- und Solaranlagen), Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, Wasserversorgung sowie Klimaanpassungsmaßnahmen.
Greenwashing Greenwashing ist die Praxis der Irreführung von Finanzmarktakteur:innen und Anleger:innen im Zusammenhang mit der Erlangung eines unlauteren Wettbewerbsvorteils, indem eine unbegründete ESG-Behauptung über ein Finanzprodukt oder eine Finanzdienstleistung aufgestellt wird (angelehnt an die Definition der ESMA Securities and Markets Stakeholder Group). Es ist zu unterscheiden zwischen Fällen, in denen eine objektive Falschaussage vorliegt (Greenwashing), und Fällen, in denen subjektive Einschätzungen dazu, was nachhaltig ist, auseinandergehen. Auch Letzteres kann zu Greenwashing-Vorwürfen führen.
ILOKernarbeitsnormenDie acht Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) definieren soziale Mindeststandards für Arbeitnehmer:innen und umfassen die folgenden Bereiche: Abschaffung von Zwangsarbeit, Schutz der Vereinigungsfreiheit, Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen, Gleichheit des Entgelts, Schutz vor Diskriminierung, Mindestalter und Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit.
Impact Investments Investitionen in Unternehmen, Organisationen oder Fonds mit dem Ziel, neben der Generierung finanzieller Erträge auch Einfluss auf soziale und ökologische Faktoren zu nehmen. Für das FNG zeichnet sich ein Impact Investment durch folgende Merkmale aus: 1. Intentionalität, 2. Zusätzlichkeit, 3. Erläuterung der Wirkungskanäle, 4. Messbarkeit, 5. Transparenz.
Institutionelle Investor:innen
Institutionelle Investor:innen sind professionell agierende Akteure, die größere Vermögen nach festgelegten Strategien und unter regulatorischen Vorgaben an den Kapitalmärkten anlegen. Dazu zählen insbesondere Versicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds, Investmentfonds und Staatsfonds. Je nach Ausgestaltung investieren sie eigenes oder treuhänderisch verwaltetes Kapital.
Kund:inneneinlagen Kund:inneneinlagen umfassen alle verzinslichen und unverzinslichen Forderungen von Kund:innen, Unternehmen und Organisationen gegenüber Kreditinstituten.
Mandate Ein Mandat ist ein individueller Verwaltungsauftrag, mit dem ein institutioneller Investor einem externen Asset Manager sein Kapital zur Bewirtschaftung überträgt. Die Anlagerichtlinien – Strategie, Risikoparameter, Restriktionen und Reporting – werden bilateral festgelegt. Typische Auftraggeber sind Versicherungen, Pensionsfonds, Staatsfonds, Zentralbanken, Versorgungswerke und große Stiftungen.
Markets in Financial Instruments Directive II (MiFID II)
Die Markets in Financial Instruments Directive II ist eine EU-Richtlinie, die den Wertpapierhandel zum einen europaweit regelt und zum anderen harmonisieren soll. Seit dem 2. August 2022 ist die Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen bei der Anlageberatung verpflichtend. Darüber hinaus konkretisiert MiFID II Nachhaltigkeitsmerkmale, die Fonds erfüllen müssen, um Kund:innen mit Nachhaltigkeitspräferenzen angeboten werden zu dürfen. Wünscht der Kunde die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten, stehen auf der zweiten Stufe drei Möglichkeiten zur Verfügung, wie dies konkret geschehen soll: a) Mindestanteil ökologischer Investitionen gemäß EU-Taxonomie, b) Mindestanteil nachhaltiger Investitionen gemäß OffVO, c) Berücksichtigung nachteiliger Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (PAIs).
Mikrofinanz Mikrofinanz bezeichnet die Bereitstellung von diversen Finanzdienstleistungen für marginalisierte Bevölkerungsgruppen. Solche Dienstleistungen können Mikrokredite, Versicherungen oder Spareinlagen sein und dienen vorrangig der Armutsbekämpfung.
Nachhaltige Geldanlagen
Nachhaltige Geldanlagen ist die allgemeine Bezeichnung für nachhaltige Produkte und Anlagevehikel, die ökologische, soziale und governancebezogene Aspekte (ESG-Kriterien) explizit in ihren Anlagebedingungen berücksichtigen. Grundlage ist eine explizite, schriftlich formulierte Anlagepolitik zur Nutzung von ESG-Kriterien. Bei den nachhaltigen Geldanlagen sind die ESG-Kriterien in den Produktdokumenten festgelegt.
Nachhaltige Themenfonds
Investitionen in Branchen oder Sektoren, die mit der Förderung von Nachhaltigkeit zusammenhängen und einen ESGBezug haben. Gängige Branchen für Themenfonds sind: ESG-konforme Immobilien, erneuerbare Energien/Energieeffizienz, nachhaltige Rohstoffe (Wald, Agrar, Wasser etc.), Mikrofinanz, Investitionen in soziale Projekte, Kultur oder Bildung.
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Nachhaltige Anleihen Nachhaltige Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, deren Erlöse oder Konditionen an ökologische, soziale oder governancebezogene Ziele gekoppelt sind. Sie gliedern sich in zwei gängige Kategorien: zweckgebundene Anleihen (Use-of-Proceeds), bei denen die Mittel ausschließlich für definierte grüne oder soziale Projekte verwendet werden (e.g. Green Bonds, Social Bonds, Sustainability Bonds), sowie nicht zweckgebundene Anleihen, deren Konditionen (z. B. Zinsmarge) an die Erreichung messbarer Nachhaltigkeitsziele des Emittenten gekoppelt sind (Sustainability-Linked Bonds).
Normbasiertes Screening
Überprüfung von Investments auf ihre Konformität mit bestimmten internationalen Standards und Normen, z. B. dem UN Global Compact, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen oder den ILO-Kernarbeitsnormen.
OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
Die 1976 erstmals verabschiedeten OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen enthalten eine Reihe von Empfehlungen für unternehmerisches Handeln. Das Rahmenwerk gilt als weltweit anerkannter Verhaltenskodex u. a. in den Bereichen Menschenrechte, Umweltschutz, Korruptionsbekämpfung und Verbraucher:inneninteressen. Nationale Kontaktstellen werden eingerichtet, um die Leitsätze bekannt zu machen, über deren Inhalte zu informieren und ihre Einhaltung zu fördern.
Offenlegungsverordnung (OffVO) (Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR))
Die Offenlegungsverordnung (Verordnung (EU) 2019/2088) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor regelt die Offenlegungspflichten von Finanzdienstleistungen bezüglich der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsthemen in ihren Strategien, Prozessen und Produkten. Die Offenlegungsverordnung unterscheidet verschiedene Finanzprodukte: 1) Artikel-8-Produkte, die soziale und/oder ökologische Ziele fördern, 2) Artikel-9-Produkte, die ein klares Nachhaltigkeitsziel verfolgen sowie 3) alle übrigen Produkte. Die Richtlinie wird aktuell überarbeitet.
Omnibus-Initative Am 26. Februar 2025 legte die Europäische Kommission eine sogenannte Omnibus-Initiative vor, um die umfangreichen Berichtspflichten aus Regelwerken wie der CSRD, CSDDD oder der EU-Taxonomie zu reduzieren und deren Inkrafttreten zu verschieben. Nach Trilog-Einigung im Dezember 2025 wurde die Omnibus-Richtlinie (RL 2026/470) am 26. Februar 2026 im EU-Amtsblatt veröffentlicht und trat am 18. März 2026 in Kraft.
Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF)
PCAF (Partnership for Carbon Accounting Financials) ist eine globale Initiative von Finanzinstituten zur einheitlichen Messung und Offenlegung von Treibhausgasemissionen aus Finanzaktivitäten. Im Fokus stehen die sogenannten „finanzierten“ Treibhausgasemissionen (Scope 3 Kategorie 15), die den größten Anteil an den Gesamtemissionen eines Finanzinstituts ausmachen und als Grundlage für ein gezieltes Emissionsmanagement dienen. Der PCAF Standard bietet hierfür einen methodisch fundierten Ansatz mit sektor und anlageklassenspezifischen Emissionsfaktoren sowie konsistenten Berechnungsregeln, um vergleichbare Kennzahlen über Portfolios und Zeiträume hinweg zu ermöglichen.Principal Adverse Impact Indicators (PAIs)
PAIs – auf Deutsch „wesentliche nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren” – sind ein zentrales Instrument der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR). Seit dem 10. März 2021 sind Finanzmarktteilnehmende und -berater:innen verpflichtet, die Berücksichtigung der PAIs bei ihren Investitionsentscheidungen transparent offenzulegen. Dabei sind Informationen (qualitativ/quantitativ) sowohl auf Unternehmensebene als auch auf Produktebene zu veröffentlichen. An folgenden Bereichen soll sich dabei orientiert werden: Treibhausgasemissionen, Energieeffizienz, Biodiversität, Wasser, Abfall, Soziales und Mitarbeitende, Menschenrechte und Korruption.
Principles for Responsible Investment (PRI)
Die PRI sind eine in Partnerschaft mit der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms UNEP und dem UN Global Compact gegründete Investor:inneninitiative. Die dem Netzwerk angehörigen Unternehmen verpflichten sich freiwillig und unverbindlich zu sechs Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren.
Proxy-Voting Beim Proxy Voting überträgt ein Stimmrechtsinhaber (Principal) sein Stimmrecht für eine bestimmte Abstimmung an eine bevollmächtigte Person (Proxy), die dieses entweder nach eigenem Ermessen oder gemäß vorgegebenen Instruktionen ausübt. Im Kontext börsennotierter Unternehmen ermöglicht Proxy Voting insbesondere abwesenden Aktionär:innen die Teilnahme an Hauptversammlungsentscheidungen. Eine Bündelung von Stimmrechten kann dabei auftreten, ist jedoch kein notwendiger Bestandteil des Verfahrens.
Publikumsfonds Ein Publikumsfonds ist ein Investmentvehikel, das nicht auf einen professionellen oder semiprofessionellen Anlegerkreis beschränkt ist und daher grundsätzlich auch Privatanlegern offensteht. Er unterliegt den für den öffentlichen Vertrieb geltenden regulatorischen Anforderungen des deutschen Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) bzw. des österreichischen Investmentfondsgesetzes (InvFG), sowie EU-Recht wie z.B. der ESMA-Leitlinie zu Fondsnamen und der Offenlegungsverordnung (OffVO).
Retail-Investor:in Ein Retail Investor:in ist ein Privatanleger:in / Kleinanleger:in ohne professionellen Hintergrund, die am Kapitalmarkt investiert. Retail Investoren unterscheiden sich damit von Institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherern oder Fondsgesellschaften und unterliegen besonderen Schutzregeln im Finanzmarktrecht - etwa durch Informations- und Beratungspflichten gemäß MiFID II.
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Second Party Opinion (SPO)
Eine Second Party Opinion (SPO) ist ein unabhängiges, detailliertes Gutachten, das die Nachhaltigkeitsqualität einer Emission oder Finanzierung bewertet. Sie prüft, inwiefern das Instrument marktüblichen Leitfäden und Normen entspricht, analysiert die Mittelverwendung, die Rahmenbedingungen und die Transparenz und stärkt so die Glaubwürdigkeit der nachhaltigen Finanzierung. Zugleich dient sie der Reduktion von Greenwashing‑Risiken, indem sie die Qualität der Nachhaltigkeitsbehauptungen kritisch überprüft.
Shareholders for Change (SFC)
Das Netzwerk Shareholders for Change (SFC) ist ein Zusammenschluss institutioneller Investoren, der sich durch aktives Engagement mit Unternehmen für nachhaltige Entwicklung einsetzt. In Zusammenarbeit mit Stimmrechtsberatern, Verbänden sowie weiteren öffentlichen und privaten Organisationen – etwa Regulierungsbehörden, Regierungen und zivilgesellschaftlichen Akteuren – verfolgt das SFC das Ziel, nachhaltige Finanzmärkte und eine globale Wirtschaft im Einklang mit den Sustainable Development Goals (SDGs) voranzutreiben.
Social Bonds Social Bonds sind Anleihen, deren Erlöse gezielt für Projekte mit sozialem Nutzen eingesetzt werden. Emittenten – ob Regierungen, Unternehmen, Banken oder internationale Organisationen – legen dabei im Voraus fest, wofür die eingenommenen Gelder verwendet werden. Diese Zweckbindung wird in einem sogenannten „Use of Proceeds Framework” verbindlich geregelt. Typische Einsatzbereiche sind Bildung, Gesundheitsversorgung, bezahlbarer Wohnraum, Beschäftigungsförderung sowie die Unterstützung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen.
Spezialfonds Maßgeschneiderte Anlagemöglichkeit, die sich an institutionelle Investor:innen richtet und in die nur ein:e oder wenige Investor:innen investiert sind.
StimmrechtsausübungAusübung von Stimmrechten auf Hauptversammlungen, um die Unternehmenspolitik bezüglich ESG-Kriterien zu beeinflussen. Die Stimmrechtsausübung ist Teil des ESG-Engagement.
Sustainable Development Goals (SDGs)
Die Sustainable Development Goals sind 17 politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen, die auf Grundlage der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Umwelt, Soziales und Wirtschaft – eine weltweit nachhaltige Entwicklung vorantreiben sollen. Sie traten als Nachfolger der Millenniums-Entwicklungsziele am 1. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren in Kraft und gelten für Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer. Menschenrechte sind ein Querschnittsthema der Sustainable Development Goals, sodass jedes SDG mit einer Vielzahl von Menschenrechten verknüpft ist.
Sustainability-Linked Bonds (SLBs)
Anleihen, deren Zinssatz an konkrete Nachhaltigkeitsziele des Emittenten geknüpft ist. Werden die vereinbarten Ziele verfehlt, erhöht sich typischerweise der Kupon. Werden sie erreicht, verbleibt er auf dem ursprünglich vereinbarten Niveau. Richtung und Ausgestaltung dieses Mechanismus können jedoch variieren. Anders als Green Bonds oder Social Bonds schreiben SLBs keine Zweckbindung der Mittel vor. Der Emittent kann das Kapital frei einsetzen und verpflichtet sich zugleich zu messbaren Nachhaltigkeitsfortschritten.
SustainabilityLinked-Loans (SLLs)
Kredite, deren Zinssatz an die Nachhaltigkeitsleistung des Kreditnehmers gekoppelt ist. Grundlage sind vorab definierte, messbare Nachhaltigkeitsziele, etwa zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Erreicht das Unternehmen die vereinbarten Ziele, profitiert es typischerweise von einem günstigeren Zinssatz. Bei Verfehlung ist in der Regel ein Zinsaufschlag vorgesehen. Anders als bei zweckgebundenen Anleihen ist die Mittelverwendung nicht eingeschränkt – entscheidend ist allein die Zielerreichung.
TaxonomiekonformitätWirtschaftliche Aktivitäten, die die Anforderungen der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 erfüllen und somit offiziell als ökologisch nachhaltig zu betrachten sind. Dies setzt voraus, dass die Aktivität einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der sechs Umweltziele leistet, die übrigen Ziele nicht erheblich beeinträchtigt („Do No Significant Harm”) und soziale Mindeststandards einhält.
Technische Bewertungskriterien (Technical Screening Criteria - TSC)
Die technischen Bewertungskriterien der EU Taxonomie legen messbare Schwellenwerte, spezifische Prüfanforderungen und Indikatoren fest, anhand derer wirtschaftliche Tätigkeiten als ökologisch nachhaltig eingestuft werden. Sie legen fest, ob eine Tätigkeit wesentlich zu einem oder mehreren Umweltzielen beiträgt, dabei keinen erheblichen Schaden für andere Umweltziele verursacht (Do No Significant Harm, DNSH) und Mindestanforderungen zu sozialen und Governance Risiken berücksichtigt. Sie bilden eine verbindliche, einheitliche Grundlage für Unternehmen, Investor:innen und öffentliche Akteure zur Bewertung und Vergleichbarkeit nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten.
Technische Regulierungsstandards (RTS – Regulatory Technical Standards)
Technische Regulierungsstandards (RTS) sind detaillierte EU-Vorschriften, die festlegen, wie bestehende Finanzmarktregeln konkret umzusetzen sind. Sie werden von den europäischen Aufsichtsbehörden ausgearbeitet und von der EU-Kommission als Delegierter Rechtsakt erlassen. Nach einer anschließenden Prüfung durch das Europäische Parlament und den Rat werden sie verbindlich, sofern keiner der beiden Einwand erhebt. RTS präzisieren die allgemeinen Vorgaben aus den sogenannten Level-1-Gesetzen. Sie legen verbindliche Anforderungen, Methoden und Verfahren in verschiedenen Regelungsbereichen fest, etwa zu Risikomanagement, Meldepflichten, Produktanforderungen oder Offenlegung. So stellen sie eine einheitliche Regulierungspraxis im europäischen Finanzmarkt sicher.
UN Global Compact Der 1999 ins Leben gerufene UN Global Compact ist eine Vereinbarung zwischen Unternehmen und der UNO, mit der sich Unternehmen zu zehn Prinzipien verpflichten, die zu einer sozialer und ökologischer gestalteten Globalisierung beitragen sollen.
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 49 BERICHTSTEILNEHMENDE
Berichtsteilnehmende
Insgesamt haben dem FNG für diesen Bericht 66 Finanzinstitute aus dem deutschsprachigen Raum Daten zur Verfügung gestellt. Im Folgenden listen wir alle auf, die uns hierfür ihr Einverständnis gegeben haben.
• Amundi Austria GmbH • Aquila Capital
• Kathrein Privatbank AG • KENFO
• VBV-Vorsorgekasse AG • Waldenburger Versicherung AG • Zürich Beteiligungs-AG
• Bank für Kirche und Diakonie eG - KD-Bank • Bank im Bistum Essen eG • BANTLEON • BBBank eG • Commerz Real
• KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.
• Kirchliche Versorgungskassen - KZVK & VKPB Dortmund
• Land Hessen, Sondervermögen „Versorgungsrücklage des Landes Hessen“ • Lupus alpha Asset Management AG • Metzler Asset Management • Niederösterreichische Vorsorgekasse AG
• Debeka Asset Management GmbH • Deka Investment GmbH • DKM Darlehnskasse Münster eG • DZ BANK AG
• ODDO BHF Asset Managment GmbH • ÖKOWORLD Lux S.A.
• Erste Asset Management GmbH • EthikBank eG
• Österreichische Beamtenversicherung, VVaG (ÖBV)
• Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland - Landeskirchenamt• Evangelische Bank • Evenord-Bank eG-KG
• Österreichische Hagelversicherung, VVaG
• Pax-Bank für Kirche und Caritas eG • Perspektive Asset Management GmbH • Quadoro Investment GmbH • Raiffeisen Capital Management • Raiffeisenbank Gunskirchen • reconcept GmbH • Schoellerbank Invest AG • Security Kapitalanlage AG • Shareholder Value Management AG • Soehnholz Asset Management GmbH • Sondervermögen „Versorgungsrücklage des Landes Berlin“ • Sparkasse Hannover • Steyler Ethik Bank • Stiftung EVZ
• Finanzministerium Ba-Wü. (betr. Versorgungsrücklage/-fonds)• Fountain Square Asset Management GmbH • GLS Bank
• GLS Investment Management GmbH • Gutmann Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. • Habona Invest GmbH • Hannoversche Kassen • HEP Kapitalverwaltung AG • HYPO NOE - Landesbank für Niederösterreich und Wien AG
• HYPO OOE - Oberösterreichische Landesbank AG • Hypo Tirol Bank AG • Hypo Vorarlberg Bank AG • INP Invest GmbH • Invest in Visions GmbH • IQAM Invest GmbH • Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG
• SV SparkassenVersicherung Lebensversicherung AG • terrAssisi • Tomorrow GmbH • UmweltBank AG • Union Investment
50 Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 FNG – FORUM NACHHALTIGE GELDANLAGEN E.V.
Lernen Sie das Forum Nachhaltige Geldanlagen kennen!
Das FNG ist seit 2001 der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum (D, AT, CH). Zu unseren rund 200 FNG-Mitgliedern zählen Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Ratingagenturen, Finanzberater:innen, wissenschaftliche Institutionen, Versicherungen, NGOs und Privatpersonen. Wir sind Gründungsmitglied des europäischen Dachverbandes Eurosif.
Bei Interesse an einer Mitgliedschaft finden Sie weitere Informationen unter www.forum-ng.org.
FNG-Mitglieder profitieren von folgenden Vorteilen und Angeboten:
PROFITIEREN
PRÄSENTIEREN
Erhalten Sie Rabatte für umfangreiche Weiterbildungsangebote, Veranstaltungen und Medienkooperationen. Platzieren Sie monatlich Neuigkeiten aus Ihrem Unternehmen, Stellenausschreibungen, Weiterbildungsangebote und Veranstaltungen auf der FNG-Website.
Profitieren Sie von Vergünstigungen für das Anlegen eines FNG-Nachhaltigkeitsprofils, mit dem Sie Ihre Fondsanleger:innen öffentlichkeitswirksam vorstellen können.
Veröffentlichen Sie Ihr Organisationslogo und -porträt auf der FNG-Website.
Erhalten Sie ein monatliches Mitgliederrundschreiben, in dem Sie über die Tätigkeiten des Forums, Veranstaltungen und regulatorische Entwicklungen informiert werden.
VERNETZEN
GESTALTEN
Engagieren Sie sich in Arbeitsgruppen und erhalten Sie die neuesten Informationen zu den wichtigsten Sustainable-Finance-Themen.
Vernetzen Sie sich mit rund 200 Mitgliedern auf Konferenzen, regionalen Netzwerktreffen und Mitgliederversammlungen und werden Sie Teil des Eurosif-Netzwerkes.
Tauschen Sie sich zu aktuellen regulatorischen Entwicklungen und Thementreibern der Sustainable-Finance-Branche aus und wirken Sie an Positionspapieren, Publikationen und FNGWebinaren mit.
Informieren Sie sich im FNG-Veranstaltungskalender über aktuelle Events der SustainableFinance-Branche. Nehmen Sie an exklusiven FNG-Events wie Netzwerktreffen und den FNG-Lunch Webinaren zu aktuellen Themen teil.
Bewerben Sie sich auf Vorstandspositionen und gestalten Sie die Zukunft des FNG.
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Bei Fragen zur Mitgliedschaft wenden Sie sich gerne an mitglieder@forum-ng.org INVEST FOR TOMORROW
KEINE HALBEN SACHEN WIR INVESTIEREN SEIT 30 JAHREN KONSEQUENT NACHHALTIG.